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einige neuerdings erhaltene Geschiebe aus der Gegend von Neustadt-Eberswalde

Remelé

Kurzfassung

1) Ein Stuck von graugrünem, dichtem, untersilurischem Kalkstein aus den Kiesgruben bei Heegermühle mit einem aufsitzenden rundlichen Körper, welcher aus unmittelbar aneinander liegenden, von weisslichem späthigen Kalkspath gebildeten Tafeln besteht und einen Theil des Kelches einer Cystideen-Art darstellt. Die Tafeln sind von variabler polygonaler Gestalt, meist jedoch mehr oder weniger unregelmässig sechsseitig ausgebildet. 2) Zwei zusammengehörige Platten des obersilurischen Graptolithen-Gesteins, und zwar der weichen Abänderung, mit einem prachtvollen Exemplar von Orthoceras Ludense Murch. aus den Kiesgruben am Bahnhof Neustadt-Ebw. Der betreffende Orthoceratit ist wenig conisch, 11 Centim. lang bei 4,5 bis 5 Centim. Breite. Der ausgezeichnet erhaltene Sipho ist unbedeutend excentrisch, das Verhältniss seines grössten und kleinsten Abstandes von der äusseren Schale ungefähr wie 7:5; die uhrglasförmigen Kammerwände sind etwa um ihren halben Durchmesser von einander entfernt. Namentlich auf die beiden letztgenannten Merkmale stutzt sich die specifische Bestimmung.[...] Der Vortragende erwähnte sodann, unter Bezugnahme auf frühere Mitteilungen, einige weitere Funde von Säugethierresten aus der Gegend von Neustadt-Ebw., welche in die Sammlungen der dortigen Forstakademie gelangt sind: 1) Ein ca. 7 Kilogr. schweres Fragment eines sehr starken rechten Schulterblattes von Elephas primigenius mit vollständig erhaltener Pfanne; aus den Kiesgruben am Bahnhof Neustadt-Eberswalde. 2) Ein 40 Centim. langes Bruchstück vom Ende eines Stosszahnes von Elephas primigenius; aus den Kiesgruben bei Heegermühle. Ebendaselbst wurde vor mehreren Jahren ein weit grösseres Stosszahn-Fragment des Mammuth ausgegraben, welches jedoch bei der Aufbewahrung zerfallen sein soll. 3) Eine zehnsprossige, abgeworfene rechte Schaufel nebst verschiedenen Knochenresten von Cervus alces; gefunden im Mai 1876 am linken Ufer des Finow-Canals ca. 3/4 Kilometer unterhalb Neustadt-Ebw., und zwar etwa 5 Fuss tief auf dem Boden einer alluvialen torfartigen Schicht.