Original paper

Derselbe Redner machte endlich die nachfolgende Mittheilung über die Fauna des Septarienthons bei Joachimsthal:

Remelé

Kurzfassung

Die mächtige Ablagerung von mitteloligocänem Thon, welche am Nordende des Werbellin-See's unweit südlich des Städtchens Joachimsthal aufgeschlossen ist, wurde bereits von verschiedenen Seiten paläontologisch bearbeitet. Dieser vorwiegend dunkel blänlichgrau gefärbte, sehr fette Thon, den man schon wegen des zahlreichen Auftretens von Gypskrystallen, Markasitnieren und Septarien sofort als Septarien- oder Rupelthon anspricht, erscheint hier, am östlichen Ufer des See's, als eine locale, noch von Diluvialsand bedeckte Emporragung im Diluvium und enthält verhältnissmässig viele Conchylien, während in den meisten Septarienihon-Lagern (namentlich auch bei dem nicht sehr weit nach SO. zu entfernten Freienwalde) Schalthierreste zwar immerhin in zahlreichen Arten, aber doch nur in wenigen Stücken sich finden. Die im Joachimsthaler Thon vorkommenden Mollusken, welche vorzugsweise in dessen oberen Lagen angetroffen werden, findet man in den vorzüglichen Arbeiten von Beyrich und v. Koenen aufs genaneste beschrieben. Ich habe nun vor Kurzem aus der von Herrn Ziegelfabrikanten Lüdeke daselbst betriebenen Thongrube eine grössere Suite von Conchylien erhalten, wovon ich einiges der Güte des genannten Herrn verdanke, das Meiste jedoch von einem beständig dort beschäftigten Arbeiter während längerer Zeit zusammengebracht worden ist. Vielleicht hat es einiges Interesse, meine bei der Durchbestimmung dieser Sammlung gemachten Wahrnehmungen hier niederzulegen, wobei ich nicht unterlassen darf dankend anzuführen, dass Herr Prof. Beyrich die grosse Freundlichkeit hatte, mir eine Anzahl der betreffenden Stücke zu bestimmen. Um besonders auch von der relativen Häufigkeit der einzelnen Arten ein Bild zu geben, werde ich in der folgenden Zusammenstellung jedesmal die Zahl der gefundenen Exemplare angeben.