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Ueber Silicatumwandlungen.

Lembebg, J.

Kurzfassung

Eine Untersuchung der Contacterscheinungen bei Predazzo veranlasste ein weiteres Verfolgen der Umbildung des Granits, Porphyrs und besonders des Augitporphyrs. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass Experimente unerlässlich sind, wenn die Entwicklungsgeschichte der Gesteine über Theoretisiren und Deduciren hinaus kommen soll. Es wurden deshalb die analytischen Untersuchungen der Gesteine vorläufig aufgegeben und sind die Ergebnisse der letzteren hier nur soweit mitgetheilt, als sie einigermassen zum Abschluss gediehen; dagegen wurde eine Reihe hydro- und pyro-chemischer Experimente angestellt, als Grundlage künftiger Untersuchungen. Es ist kein Zweifel, dass die Entwicklungsgeschichte der Gesteine und Mineralien in erster Reihe deshalb so dürftige und wenig befriedigende Resultate aufweist, weil das Experiment zu sehr unterlassen wird, und zwar zum grössten Theil aus Gründen, die in der Natur der Sache selbst liegen. Auch die technischen Schwierigkeiten sind so bedeutend, dass ohne vom Staat zu gründende geologische Versuchsanstalten eine wesentliche Forderung der chemischen Geologie nicht zu erwarten ist. Die Anwendung von Glasgefässen bei den langdauernden, oft erhöhte Temperatur erfordernden Experimenten ist völlig zu verwerfen, und bis zu einem gewissen Grade gilt das auch von silbernen Gefässen, da sie von Salzlösungen, namentlich Chloriden der Alkalien und Erdalkalien, stark angegriffen werden; die Versuche werden durch die im letztern Fall sich bildenden kaustischen und kohlensauren Alkalien unrein, selbst bis zu dem Grade, dass sie ihren Werth verlieren; nur Platingeräthe entsprechen allen Anforderungen. An der Beschaffung einer grossen Zahl von Platin- oder Silbergefässen, die für Jahre oder gar Jahrzehnte lang dauernde Versuche brach gelegt werden müssen, scheitern ausgedehnt angelegte Experimentaluntersuchungen. In gleicher Weise lassen sich im Laboratorium Versuche über die Einwirkung der Kohlensäure auf Silicate nur bis zu einer bald zu erreichenden Grenze ausführen, man wird die in der Natur vorkommenden, beständig thätigen Kohlensäureexhalationen ausnutzen müssen.