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Über die Zusammensetzung und Verbreitung der Braunkohlenbildung im hohen Fläming

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Herr Kosmann sprach über die Zusammensetzung und Verbreitung der Braunkohlenbildung im hohen Fläming, dem nördlichsten Theile des Regierungsbezirks Merseburg, dem nördlich der Elbe zwischen Wittenberg und Rosslau gelegenen und an seinem nördlichen Abfall von der Lübben-Luckenwalder Niederung begrenzten Gebirgsrücken. In Abweichung von der sonst in der Mark Brandenburg bekannten und unter der ,Brandenburgischen Formation" bezeichneten Braunkohlenlagerung setzt sich die hiesige Lagerung aus 4 Flötzen zusammen, welche unter einer Decke von Diluvialsanden, welchen oft Kies und Lehm eingelagert sind, mit Glimmersand, Letten und Formsand beginnen, denen das erste Flötz folgt; es kommt dann ein Lager Flaschen- oder Töpferthon, welches meist 30-35' Mächtigkeit erreicht, das zweite Flötz, darunter brauner Letten, grober Quarzsand und Formsand, das dritte Flötz dann Formsand, das vierte Flötz, bis 24' mächtig werdend, als Liegendstes weisser, Glimmerführender Quarzsand. Die gesammte Schichtung findet sich stets in engen, sich lang hinziehenden Mulden abgelagert, innerhalb deren die Schichten sehr steil einfallen (25-40°); die Breite der Mulde wechselt von 90-200 M. Die lockere Beschaffenheit der obersten Schichten im Hangenden des ersten Flötzes (über dem Thon) ist die Veranlassung zur Zerstörung und Fortführung desselben an ihrem Ausgehenden, welcher erst das Vorhandensein des Thonlagers Einhalt gebietet, sodass das Ausgehende der Braunkohle von der Ausbildung enger, mehr oder weniger tiefer, wallgrabenartiger Schluchten begleitet ist. Das Streichen dieser Schluchten, wie dasjenige der zwischen denselben hervorragenden Höhen, und so auch das der Braunkohlenschichten ist hör. 5, überraschenderweise abweichend von der Erhebungsrichtung des Flämings sowohl, wie der in der norddeutschen Tiefebene der Erhebungslinie des Thüringer Waldes sich anschliessenden Thäler und Höhenzüge.