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Die soeben erschienenen beiden ersten Hefte der "Beiträge zur Geologie und Paläontologie der Argentinischen Republik"

Stelzner, Alfred

Kurzfassung

Im 1. Heft hat Herr Dr. E. Kayser znnächst diejenigen Versteinerungen beschrieben, welche durch Herrn Dr. P. Lorentz in den Provinzen Salta und Jujuy, z. Th. wie am Nevado de Castillo, in 4-5000 Meter Höhe gesammelt worden sind. Es sind Olenus- und Arionellus-Arten, neben denen noch Agnostus und einige Brachiopoden auftreten, so dass die bezüglichen Sandsteine dem jüngeren primordialen Niveau beigezählt werden müssen. Sodann werden gegen 30 Species beschrieben, welche ich in der aus Kalksteinen und Dolomiten bestehenden östlichen Vorketle der Cordillere innerhalb der Provinz San Juan an 5 Localitäten, und in schieferigen Gesteinen am Potrero de los Angulos in der Provinz la Rioja gesammelt habe. Die meist charakteristischen Formen sind Bathyurus - artige Trilobiten, Cephalopoden, Maclureen und ßrachiopoden, die z. Th. mit einzelnen untersilurischen Formen Nordamerika's und Europa's specifisch übereinstimmen und dadurch, sowie überhaupt durch ihre Vergesellschaftung beweisen, dass die betreffenden argentinischen Schichten dem nordamerikanischen Trentonkalk, den Llandeilobildungen Englands und Schottlands, wie den russischen Vaginatenkalken zu parallelisiren sind. Mit der Silurzone des mittleren und südlichen Europa besitzen sie dagegen keinerlei Analogieen. Im zweiten Hefte hat Herr Geinitz diejenigen Thier- und Pflanzenreste beschrieben, welche von mir in den Provinzen la Rioja, San Juan und Mendoza innerhalb einer Formation gesammelt worden sind, die wesentlich aus buntfarbigen Sandsteinen und Schieferthonen besteht, local aber auch Brandschiefer, sowie schwache Kohlenflötze führt. Neben Schuppen von Semionotus finden sich zahllose Estberien; unter den Pflanzen dominiren Farren, und zwar besonders Arten von Thinnfeldia und Taeniopteris, die mit solchen von Franken, Schonen u.a.O. theils sehr nahe verwandt, theils specifisch identisch sind. Herr Geinitz rechnet in Folge dessen die betreffende Schichtengruppe der rhätischen Formation zu. Herr Geinitz bemerkt, dass es sich bei den ihm zur Untersuchung überlassenen Fossilien aus der Argentinischen Republik um Estheria Mangaliensis Jones handele, die ihm aus den betreuenden Brandschiefern von Mendoza schon seit der Pariser Ausstellung 1867 bekannt waren. Den von Beyrich ausgesprochenen Bedenken über die Zugehörigkeit der von ihm beschriebenen Reste zum Rhät gegenüber hebt er den wesentlichen Charakter dieser Pflanzenwelt hervor, welche seiner Ueberzeugung nach gar keinen Zweifel über diese geologische Stellung aufkommen lassen.