Original paper

Über die Salzbildung der Egeln'schen Mulde:

Ochsenius, Karl

Kurzfassung

Anknüpfend an die von mir Ihnen schon vor einiger Zeit (in Wiesbaden) gemachten Mitteilungen über das Vorkommen von Glauberit in Westeregeln, habe ich heute die Ehre, Ihnen weitere Aufschlüsse namhaft zu machen, bitte aber vorher um Genehmigung einer Erklärung der Entstehung grosser Salzlager, wie solche z.B. das Liegende jener Mutterlaugensalzbildung constituiren. Heut zu Tage glaubt wohl kein Geolog mehr an plutonischen Ursprung des Steinsalzes; man ist allgemein überzeugt, dass es nur aus dem Meere, dem ersten Empfänger des gesammten Salzgehaltes unserer Erdrinde, abgesetzt worden sein kann. Nur über das ,Wie" ist man noch im Unklaren; denn grosse Meere lassen heute noch keine Spur von Niederschlag in ihren Tiefen erkennen, mit Ausnahme von mechanischen Schlammabsätzen. Abgetrennte Meerestheile, deren Communication mit dem Ocean aufgehoben wird, lassen bei ihrer Verdunstung bis zur Trockne allerdings Salzkrusten zurück, aber diese halten keinen Vergleich aus mit den mächtigen Salzlagern, die fast nur aus reinem Steinsalze bestehen. Selbst wiederholte Füllungen, von denen jede nur 1/63 ihres Volumens an Salz ergeben könnte, reichen nicht zur Deutung hin; ebensowenig Salzbäche, deren Salzmaterial doch erst als vorhanden angenommen werden müsste. Solcher Salzbecken haben wir viele auf der Erde; unter anderen bieten Theile der Sahara sehr charakteristische Beispiele. In ihnen findet man stets die Quantität der leichtlöslichen Salze der des Chlornatriums im ganzen Inhalt entsprechend; aber einzelne Localitäten zeigen in dem Verhältniss diametrale Verschiedenheiten.