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Das Glimmerschiefergebiet von Zschopau im sächsischen Erzgebirge.

Kalkowsky, Ernst

Kurzfassung

Die in der vorliegenden Arbeit niedergelegten Untersuchungen verdanken ihre Entstehung meiner Thätigkeit als Sectionsgeolog der sächsischen Landesuntersuchung. Ich habe drei Monate im Sommer 1875 und einige Wochen im Frühling dieses Jahres mit dem Kartiren des Glimmerschiefergebietes von Zschopau und einiger angrenzenden Partieen zu gebracht und übergebe nun die durch eingehendere Forschungen begründeten und erweiterten Resultate der Oeffentlichkeit, ohne jedoch auf die rein kartographischen Verhältnisse näher einzugehen, die auf der erst später erfolgenden Veröffentlichung der Section Zschopau ihren Ausdruck finden werden. Obwohl das Glimmerschiefergebiet von Zschopau nur etwa eine Quadratmeile Flächeninhalt besitzt, so hat dennoch die genaue Durchforschung mancherlei Verhältnisse erkennen lassen, deren Zusammenhang und gegenseitige Abhängigkeit in so schöner Uebereinstimmung hervortreten, dass es vielleicht gerechtfertigt ist, wenn ich eine sehr ausführliche Schilderung der geologischen Verhältnisse dieses nur kleinen Gebietes zu geben versuche. Die Literatur über das Zschopauer Glimmerschiefergebiet, die meinen Untersuchungen hätte zur Grundlage dienen können, beschränkt sich auf einige Zeilen im zweiten Heft der Geognoslischen Beschreibung des Königreiches Sachsen, Dresden und Leipzig 1845, pag. 116 und 117 und auf die Naumann'sche Karte von Sachsen. Bei Bearbeitung dieser Gegend stützte sich Naumann auf eine handschriftliche Arbeit von Lindner und auf die Revisionen des damaligen Berggeschworenen Schmidthuber. Er selbst hat wohl damals diese Gegend nicht persönlich besucht gehabt, denn ausser dem Fundamental - Irrthum, dass der Glimmerschiefer um die Stadt Zschopau und bei Scharfenstein für Gneiss gehalten wurde, finden sich auf der Karte und in der geognostischen Beschreibung so auffällige Beohachtungsfehler, wie sie Naumann sich nie zu Schulden hat kommen lassen.