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Ueber die metamorphosirten Culmschichten in der nächsten Umgebung von Rohmker Halle, sowie über zwei neue, im nordwestlichen Oberharze beobachtete Culmkalk-Vorkommen.

Halfar, A.

Kurzfassung

Das Nachstehende bildet zunächst nur eine etwas ausführlichere Ergänzung zu dem Vortrage über die metamorphosirten Culm- und Devonschichten des Okerthales, insbesondere die nähere Begründung der Lagerungsverhältnisse in der unmittelbaren Umgebung der Rohmker Halle und bezweckt sodann eine kurze Mittheilung über das Vorkommen von oberharzer Culmkalkstein, von welchem in der diesjährigen Februar-Sitzung der deutschen geologischen Gesellschaft Proben von zwei neuen Fundpunkten durch den Verfasser vorgelegt wurden. Von Letzterem wurde bereits in der Juli-Sitzung dieser Gesellschaft im Jahre 1875 über ein zu Pfingsten desselben Jahres beobachtetes Vorkommen von Culm-Kieselschiefer und ein, als melamorphosirten Culm-Kalkstein angesprochenes Gestein in der Okerthalpartie berichtet. Da die hierüber in dem betreffenden Sitzungsprotokolle gemachte, etwas kurze Bemerkung freilich leicht übersehen werden konnte, erklärt es sich wohl auch, wenn neuerdings die Behauptung wieder aufgetreten ist, als sei an der östlichen Grenze des oberharzer Haupt-Devonvorkommens Kieselschiefer bisher nicht beobachtet worden. Zur Berichtigung einer solchen Auffassung mögen die folgenden Zeilen demnach gleichfalls dienen. Das Gasthaus Rohmker Halle steht auf sehr dunklen Thonschiefern, in welche die Oker auf eine kurze Strecke oberhalb und unterhalb desselben ihr Bett eingeschnitten hat. Bei dem allgemeinen Charakter des compacteren und man möchte sagen härteren Aussehens, welches allen Sedimentärgesteiuen innerhalb der Zone der sogen. Granitcontactmetamorphose hier eigen ist, könnte ein flüchtiger Beobachter vielleicht verleitet werden, diese Thonschiefer insgesammt als Kieselschiefer anzusprechen, wie es bisweilen auch wirklich geschab. Eine blosse Prüfung ihrer Härte, die meist nur um Weniges grösser ist, als in den ihnen gleichstehenden unveränderten Schichten, genügt indess gewöhnlich schon, um sich von der Täuschung zu überzeugen. Nur die liegendsten Bänke dieser Schiefer bilden an mehreren Stellen eine Zone von auffallend grosser Härte und schliessen an einem Punkte auch wirklich Kieselschiefer ein.