Original paper

Über die eruptiven Gangbildungen der Gegend von Rübeland und Elbingerode.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Dieselben gehören einem Spaltensystem an, welches in hora 11 - 1 streichend, in dem zwischen Brocken und Ramberg liegenden, also in dem in tektonischer Hinsicht am meisten gestörten Theile des Harzes auftritt. Die Spalten werden von Felsitporphyr und von den sogen, grauen und schwarzen Porphyren ausgefüllt. Bei Rübeland und Elbingerode kommen nur Gänge der beiden letzteren Porphyre vor, diese aber in grösserer Zahl als sonst irgendwo im Harze. Obwohl die fraglichen Gänge die Mächtigkeit von einigen Hundert Fussen niemals überschreiten, so lassen sie sich doch, wenn auch mit vielfachen Unterbrechungen, durch die ganze Breite des Gebirges hindurch verfolgen. Beide Porphyre zeigen eine deutliche Contactmetamorphose, durch die der dichte Kalkstein der Elbingeröder Devonmulde in kleinkörnigen weissen Marmor umgewandelt worden ist. An den Saalbändern der grauen Porpbyrgänge kann man ausserdem fast immer eine ausgezeichnete Verdichtung des im Uebrigen fast granitisch-körnig ausgebildeten Gesteins zu dichtem Felsitfels beobachten. Herr K. A. Lossen erinnerte an seine früheren Mittheilungen über die vom Vorredner besprochenen Gangspalten und ihr Auftreten in dem am meisten gestörten Zwischengebiete zwischen den 2 Haupt-Granitstöcken des Harzes und fügte die Bemerkung hinzu, dass die Zahl der oft selbst im Kleinen parallelen Spalten gegen Nord mit der Störung der durchbrochenen Schichten zunehme, und dass ihre Richtung in der Sehne der gegen Ost convexen Schichtenbögen, oder in der Mittellinie der Zförmig zusammengeschobenen Schichtenfalten verlaufe. Die Eruptivgesteine haben also nicht die Spalten bei ihrer Eruption verursacht, sind vielmehr in bereits vorhandene Sprünge quer durch das Gebirge eingedrungen.