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Ueber die Entwickelung der fossilen Floren in den geologischen Perioden.

Weiss, E.

Kurzfassung

Unter den neuesten Entdeckungen von fossilen Floren darf man zwei als besonders wichtig hervorheben. In seiner Arbeit ,Ueber Permische Pflanzen von Fünfkirchen in Ungarn" (Jahrb d. kgl. ungar. geol. Anstalt V. Bd. 1876) hat Oswald Heer, der vortreffliche Botaniker und Pflanzenpalaeontolog, einen neuen Beitrag zur fossilen Pflanzenkunde geliefert, welcher in mehrfacher Beziehung von Interesse ist. Und hieran schliessen sich die Nachrichten über eine fast identische Flora aus gleichaltrigen Schichten bei Neumarkt unfern Trient u.a. O. in Tyrol, welche man Dr. Stache und Gümbel verdankt (vergl. z.B. ,die geognost. Durchforsch. Bayerns", Rede von Dr. C. W. Gümbel d. 28. März 1877 zur Feier des 100 jähr. Stiftungstages der Akad. der Wissensch. pag. 55 ff., sowie a. mehr. O. in den Verhandl. d. k. k. geol. Reichsanst. 1876 u. 1877). Einmal kennt man aus den Schichten zwischen Rothliegendem und Buntsandstein, d. i. dem Zechstein, ausnehmend wenig von Pflanzenresten - und gerade dieser Abtheilung sollen die obigen ,permischen Pflanzen" angehören, so dass jeder neue Beitrag sehr willkommen sein muss; sodann aber zeigt die hier aufgedeckte Flora, so klein sie ist, einen ganz eigenthümlichen Typus, der zu überraschen geeignet ist und zu weiteren Untersuchungen und Betrachtungen auffordert. Die Schichten von Fünfkirchen, um welche es sich hier zunächst handelt, werden nach Herrn Joh. Böckh, wie Heer mittheilt, zuerst von Conglomeraten, ähnlich dem Verrucano, mit aufgelagertem rothem Sandstein vom Ansehen des Grödener Sandsteins und dann von Schieferthonen mit dünnschichtigen Sandsteinen, ähnlich den Werfener Schichten, überlagert. Erst nach oben hin hat sich eine Muschel, wahrscheinlich Myophoria costata gefunden, im Uebrigen nichts.