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Die Diallaggranulite der sächsischen Granulitformation.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Der Granulit der sächsischen Granulitformation ist bebekanntlich ein sehr variabeles Gestein. Nach der Farbe, dem Mineralbestande und der chemischen Zusammensetzung lassen sich mehrere Varietäten dieses Gesteins unterscheiden. Lässt man vorzugsweise nur die Farbe als Unterscheidungsmerkmal bei einer Eintheilung gelten, so erhält man zwei Granulitvarietäten, nämlich eine lichtere, welche man schlechthin als ,Granulit" bezeichnet, und eine durch dunklere Farbe charakterisirte, welche bisher den Namen ,Trappgranulit" führte. Die Kenntniss des ,Granulites" in petrographischer Beziehung darf durch die in den letzten Jahren darüber erschienenen Forschungen, welche wir namentlich F. Zirkel verdanken, - auch A. v. Lasaulx beschrieb einen Granulit von Etzdorf bei Rosswein, - in der Hauptsache als abgeschlossen betrachtet werden. Vom sogenannten Trappgranulit lässt sich dies in diesem Maasse jedoch nicht behaupten. Wurde zwar auch in den letzten Jahren, wie weiter unten dargetban werden soll, unser Wissen über diese Gebirgsart erweitert, so war man doch bisheran, namentlich über den färbenden Gemengtheil, über das ,grüne, glimmerartige Mineral" des Gesteins zu einem endgültigen Resultat nicht gelangt. Aus diesem Grunde ist mir die Aufgabe geworden, das Gestein einer abermaligen Untersuchung zu unterwerfen und zu versuchen, eine Lösung der noch fraglichen Punkte, namentlich aber betreffs des ,grünen glimmerartigen Minerals" herbeizuführen. Bei der nun ausgeführten Untersuchung waren wir bestrebt, ein möglichst vollständiges Bild dieses Gesteinsart, für welche wir fernerhin den Namen Diallaggranulit gebrauchen, zu entwerfen. Und so werden wir folgende Punkte nacheinandar eingehend, nämlich I. Gemengtheile des Gesteins; II. Structur des Gesteins; III. Classification und specielle Beschreibung der Varietäten des Gesteins; IV. Lagerungsverhältnisse des Gesteins; V. Verhältnisse des Gesteins zu den übrigen Gliedern der Granulitformation, betrachten und endlich VI. einige genetische Betrachtungen über das Gestein anknüpfen. Bevor ich jedoch die gewonnenen Resultate dieser Untersuchung im Zusammenhang darstelle, sei es mir gestattet, Alles dasjenige, was bisher über diese Felsart bekannt geworden ist, in Kürze und in chronologischer Reihenfolge aufzuführen.