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Hercyn von Bicken, Greifenstein, Wissenbach

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Gestatten Sie mir, Ihnen Einiges über die Ergebnisse der von mir im vorigen Monat im Auftrage der geologischen Landes anstalt an den Rhein unternommenen Reise mitzutheilen. Wie Sie wissen, war meine Hauptabsicht, mir eine bessere Kenntniss der unterdevonischen Fauna zu verschaffen, und zu diesem Zwecke habe ich namentlich die von Herrn v. Dechen gegründete Sammlung des naturhistorischen Vereins zu Bonn, sowie die meines Collegen, des Herrn Landesgeologen Dr. Koch in Wiesbaden, einer genaueren Durchsicht unterworfen. Als Hauptresultat dieser Studien kann ich aussprechen, dass die hercynische Fauna, d.h. die Fauna, welche die über dem typischen Obersilur folgenden obersten Kalketagen Barrande's (F, G, H) Böhmen's und die unter dem Hauptquarzit der Wieder Schiefer liegenden ältesten Ablagerungen des Harzes auszeichnet, auch im rheinischen Gebirge vorhanden ist. Eine der Localitäten, wo dieselbe auftritt, ist Bicken unweit Herborn. Der Ort ist den Paläontologen schon seit einiger Zeit durch den dort vorkommenden schwarzen Kalk mit schönen Versteinerungen aus dem Niveau des Goniatites intumescens bekannt. Dass aber an demselben Punkte auch Petrefacten eines tieferen Horizontes vorhanden seien, habe ich schon vor zwei Jahren in einer Notiz über ein missgebildetes Gomphoceras (diese Zeitschr. 1875) mitgetheilt, bei welcher Gelegenheit ich eine Reihe derselben als der Wissenbacher Fauna angehörig aufgeführt habe. Von der oberdevonischen wird diese ältere, in einem grauen Kalkstein auftretende Fauna einer gütigen Mittheilung des Herrn Koch zufolge nur durch eine schwache Schieferzone getrennt. Die Koch'sche Sammlung enthält eine recht ansehnliche Zahl von Arten aus dem grauen Kalke, welche zusammen mit den im Besitze unserer Bergakademie befindlichen mit grosser Bestimmtheit sein hercynisches Alter darthun.