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Esmeraldes (Ecuador)

Wolf, Theodor

Kurzfassung

Esmeraldas ist von allen Provinzen Ecuadors die einförmigste in ihrem geologischen Bau. Sie bildet den nördlichen an Neu-Granada grenzenden Theil des westlichen Tieflandes Ecuadors, vom Gestade des pacifischen Oceans bis an den Fuss der Anden. Ein grosser Theil davon ist ganz flach, besonders im Norden, ein anderer Theil von niedrigen Gebirgen durchzogen, deren Gipfel kaum 5 - 600 M. aufragen; durchschnittlich aber sind die Hügelzüge nur 50 bis 70 M. hoch. - Die älteste Formation, welche am Meer und in den Flussthälern der Beobachtung zugänglich ist, besteht aus jungtertiären (oder gar quaternären?) Meeresbildungen, Sandstein und Schieferthon, die durchgehends fossilfrei, hier und da ganz horizontal, öfters etwas geneigt sind. Nur an einer einzigen Localität fand ich Fossilien, die aber noch nicht bestimmt sind. Kein einziges nutzbares oder auch nur wissenschaftlich interessantes Mineral findet sich in dieser Formation des Meeressandsteins. - Auf sie folgen horizontale Diluvialschichten, welche am Meer blos stellenweise und schwach auftreten, weiter landeinwärts aber sehr mächtig entwickelt sind, eine zusammenhängende Decke bilden und nur in den tieferen Flussthälern bis auf ihre Unterlage durchfurcht sind. Dieses Diluvium besteht aus abwechselnden Kies-, Sand- und Lehmbänken, und die mineralogische Beschaffenheit des Materials lässt keinen Zweifel übrig, dass es aus den Anden stammt und von den zahlreichen, am Westabhang der Cordilleren und selbst in der interandinen Region entspringenden Flüssen angeschwemmt wurde. Bei weitem der grösste Theil der Gerölle in den Kiesbänken erweist sich als Syenit, Dioritporphyr und dichter Grünstein, selten sind Fragmente schiefriger Gesteine (Grünsteinschiefer) und Gangquarz. Vulcanische Gesteine fehlen ganz darin.