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Porphyrvorkommen des nördlichen Thüringer Waldes

Weiss

Kurzfassung

Bei den geologischen Kartirungen im Thüringer Walde wurde in letzter Zeit gegenüber den zahlreicheren von Heinr. Credner unterschiedenen Varietäten, durch Professor v. Seebach und die anderen Geologen besondere Aufmerksamkeit zweien Porphyr-Varietäten zugewendet, welche man als einen dichteren, weniger krystallinischen und einen sehr krystallreichen Quarzporphyr bezeichnen kann und über welche sich v. Seebach bereits gelegentlich der Generalversammlung der deutschen geolog. Gesellschaft zu Jena 1876 ausgesprochen hat. Wie v. Seebach in der Gegend von Tambach, so konnte auch der Vortragende bei Friedrichroda diese beiden Porphyre unterscheiden; jedoch ist damit nicht ausgeschlossen, dass zwischen beiden, gerade namentlich bei Friedrichroda, grosse Annäherungen existiren. Während die krystallreiche Varietät vorzüglich durch ihre oft sehr grossen und zahlreichen Feldspäthe auffällt, so ist die krystallärmere niemals mit solchen grossen Ausscheidungen begabt und ihre Grundmasse tritt demgemäss mehr hervor. Sie ist aber die bei weitem vorwiegende, die krystallreiche, die ungleich seltenere Varietät, letztere die dritte Abänderung Credner's, wobei übrigens zu bemerken, dass nicht alle von Credner hierfür angegebenen Vorkommen wirklich unserem Seebach'schen Porphyr entsprechen. Bei Tambach würde nach ihm der krystallreiche Porphyr das ältere, der krystallarme das jüngere Eruptivgestein sein und beide regelmässige Einlagerungen im Rothliegenden bilden. Bei Friedrichroda kommen jedoch beide auch gangförmig vor und das Altersverhältniss tritt nicht überall so klar hervor. Die im Nachfolgenden zu besprechenden Erscheinungen zeigen sich sämmtlich nur an der ersten oder Hauptvarietät des Quarzporphyrs, niemals am krystallreichen. Es sind solche, welche ihre Analogieen in jüngeren, trachytischen und überhaupt vulcanischen Gebirgen finden und dort zuerst eingehendere Beachtung fanden.