Original paper

Über ein Bohrloch zu Pumallen

Speyer, O.

Kurzfassung

O. Speyer legte vor und besprach die paläontologischen Einschlüsse, welche derselbe aus dem Bohrmaterial, einem dichten, grauen Kalksteine, gewonnen, welcher in dem fiskalischen Bohrloche zu Purmallen nördlich von Memel bei einer Teufe von 242 Meter erbohrt worden ist und der Zechsteinformation angehört. - Diese, durch ihre zierlichen und z. Th. äusserst kleinen Formen ausgezeichnete Fauna umfasst einschliesslich einiger noch näher zu untersuchenden Arten 25 und zwar 5 Entomostraceen, 2 Anneliden, 11 Mollusken, 1 Anthozoon, 2 Bryozoen, 1 Foraminifere und 3? Amorphozoen. Dieselben wurden eingehender besprochen und mit analogen Vorkommnissen in Deutschland, England, Russland etc. näher verglichen, woraus das interessante Resultat hervorging, dass mit nur wenigen Ausnahmen sämmtliche Arten von Purmallen in dem unteren Zechstein in der Wetterau, Hessen und Thüringen vorkommen, und nur 1/3 derselben in der mittleren Zechstein-Etage der genannten Localitäten und Englands. Herr Beyrich knüpfte hieran einige weitere Mittheilungen über die Schichten, welche bei dem genannten Bohrloche durchsunken wurden, und hob hervor, dass bereits über den versteinerungsreichen Schichten gelbliche Kalksteine, welche eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Lublinitzer Kalkstein in Oberschlesien besitzen, sich durch die darin aufgefundenen, wenn auch unvollkommen erhaltenen Versteinerungen als der Zechsteinformation angehörig erwiesen hätten. Derselbe erwähnte, dass in dem Bohrloche von Purmallen unter jenem grauen Zechstein bereits Dolomite mit Crinoiden-Stielen und unvollkommenen Brachiopoden-Resten erbohrt worden seien, welche, dem Devon angehören dürften.