Original paper

Notiz über das Vorkommen des Muschelkalkes bei Altmersleben in der Altmark.

Branco, Wilhelm

Kurzfassung

In der Nähe von Calbe i. d. Altmark liegt das Dorf Altmersleben auf einem diluvialen Höhenzuge, der im Süden von der Milbe-Niederung begrenzt wird. Eine kurze Strecke südlich vom Dorfe, hart am Rande der genannten Niederung, ist in 3 kleinen Brüchen der Muschelkalk aufgeschlossen. Der eine der Brüche ist bereits ganz zugewachsen und lässt nichts mehr erkennen. Auch bei den beiden anderen ist die Beobachtung insofern erschwert, als die Sohle der Brüche unter dem Wasserspiegel liegt. Daher stehen diese unter Wasser und bilden zwei kleine Teiche, die von steilen Rändern umgeben sind, welche aus Muschelkalk bestehen. In dem kleineren Bruche, der ganz verlassen ist, scheinen die Schichten nach SO. zu fallen; aber bei dem Mangel eines Kahnes kann man dieselben nicht erreichen. Im grösseren Bruche fallen sie unter 45 - 50° nach ONO. bei O., also fast östlich. Zu unterst, über dem Wasserspiegel, liegen oolithische Kalke, bestehend aus meist ovalen Körnern, die in der Mitte einen länglichen dunklen Kern von Kalk besitzen, von Form ähnlich einem Nummuliten-Querschnitte; auch zeigen sich chloritische Körner in dem Gesteine. Darüber folgt ein zoogener Kalkstein, weicher viele plattgedrückte, kleine, grünliche Steinkerne von Muscheln enthält, unter denen Myophoria vulgaris zu erkennen ist. Er wird von krystallinischem Kalk überlagert, und über diesem liegen in Wechsellagerung Kalk- und Thonschichten. Dieser letztere Kalk ist meist krystallinisch, seltener dicht. Ueber diesen im Ganzen an 20 mächtigen Schichten liegen etwa 20 Kalkschutt. - Es stimmt also das Einfallen nicht mit dem des Rüdersdorfer Vorkommens.