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Der archäische District von Strehla bei Riesa i. S.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Einleitende Bemerkungen. Vom Nordabfall der Sudeten und des Erzgebirges, von den Vorbergen des Thüringerwaldes und des Harzes, dehnt sich eine weite, mächtige Decke von Schwemmland, den Gebilden des Oligocän, Diluvium und Alluvium, bis an die Küsten der Ostsee aus und verhüllt die unter dieser Decke anstehenden Gesteine, die theilweise am Südrand jenes Gebiets zu Tage treten. Nur hie und da erheben sich aus diesen scheinbar einförmigen Ablagerungen klippenartige Partieen jenes festen Untergrundes. Auf sie, gleichsam Oasen in der Einförmigkeit weiter Sand- und Lehmflächen, hat sich naturgemäss die Aufmerksamkeit und Beobachtungslust der Geologen concentrirt. Die mesozoische Klippe von Lüneburg hat in v. Strombeck und Volger, die Kreide von Rügen in Hagenow, der Jura von Wollin und Cammin in Wessel und Sadebeck, das Muschelkalkriff von Rüdersdorf in Eck ihre Bearbeiter gefunden. Umsomehr muss es auffallen, dass eine aus dem Diluvium als eine Insel festen Gesteins hervorragende Höhengruppe, welche geologischen Centren so nahe liegt, wie die der Strehlaer Berge zwischen Leipzig und Dresden, diejenige Aufmerksamkeit noch nicht auf sich gezogen hat, die sie wohl verdient. Es sind Vertreter der archäischen Formationen, welche hier nicht nur in einzelnen schroffen Felspartieen und steilen Bergabfällen zu Tage treten, sondern auch in zahlreichen Steinbrüchen und sonstigen Entblössungen aufgeschlossen sind und somit den Geologen zu Beobachtungen einladen. Naumann war der einzige, der um das Jahr 1837 dieses interessante kleine Gebirge einer kurzen Schilderung würdigte, welche in dem 1845 erschienenen ersten Heft der ,Geognostischen Beschreibung des Königreichs Sachsen" auf pag. 88 bis 93 niedergelegt ist. Seit jener Zeit sind die geologischen Verhältnisse der Strehlaer Berge nicht wieder und, wie sie es wohl verdient hätten, nicht genauer in's Auge gefasst worden.