Original paper

Notiz über das Vorkommen des Moschus-Ochsen (Ovibos moschatus Blainv.) im Löss des Rheinthals.

Roemer, Ferd.

Kurzfassung

In den bekannten Basaltbrüchen von Unkel am Rhein wurden schon vor einigen Jahren zahlreiche Knochen fossiler Wirbelthiere unter einer mächtigen Löss-Bedeckung an einer etwa 50 Fuss über dem Rheinspiegel liegenden Lagerstätte aufgefunden. Der in dem benachbarten Remagen wohnende Herr Bergwerksdirector Schwarze hat diese Knochen mit grossem Eifer und bemerkenswerther Umsicht gesammelt und demnächst auch wissenschaftlich zu bestimmen gesucht. Es wurden namentlich das Mammuth, das gewöhnliche Nashorn der Diluvialzeit (Rhinoceros tichorhinos Cuv.), das Rennthier, Equus caballus fossilis und andere bekannte Arten der diluvialen Säugethier-Fauna nach mehr oder minder zahlreichen und mehr oder minder vollständigen Ueberresten durch denselben bestimmt. Bei einer Durchsicht dieser umfangreichen und noch fortwährend neuen Zuwachs erhaltenden Sammlung, welche mir im August dieses Jahres durch die freundliche Gefälligkeit ihres Besitzers verstattet war, fand ich unter den noch nicht bestimmten Knochen der Sammlung ein durch den festanhaftenden Löss zum Theil verdecktes grosses Knochenstück, in welchem ich bei näherer Betrachtung zu meiner freudigen Ueberraschung einen unvollständigen Schädel von Ovibos moschatus mit Sicherheit erkannte. Die schmale Längsfurche zwischen den erweiterten Basen der Hornzapfen, die abwärts gewendete Richtung der wenigstens zum Theil erhaltenen Hornzapfen selbst Hessen mir in Betreff der Artbestimmung keinen Zweifel.