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Aus bruch des Cotopaxi (Ecuador) am 25/26.6.1877

Wolf, Theodor

Kurzfassung

In meinem letzten Briefe vom 30. Juni d. J., in welchem ich Ihnen von dem Aschenregen in Guayaquil berichtete, versprach ich Ihnen zu schreiben, sobald ich etwas Näheres über dessen Ursprung erfahren hätte. Wie ich vermuthet hatte, war es der Cotopaxi, der wieder, wie schon oft in früheren Zeiten, Ecuador in Schrecken setzte. Die Eruption vom 25. und 26. Juni d. J. kann in Bezug auf ihre Grossartigkeit und traurige Folgen nur mit der vom 4. April 1768 verglichen werden, wenn sie dieselbe nicht noch übertraf. Schrecklich sind die Berichte, welche über die Verwüstungen aus Quito, Latacunga und Ambato eintrafen, und bei keiner früheren Eruption haben so viele Menschen das Leben verloren. Sobald ich erfahren, dass der Cotopaxi in Thätigkeit getreten, war es mein sehnlicher Wunsch, nach Latacunga zu reisen, um als Augenzeuge, wenn auch nicht die Eruption selbst (zu der ich zu spät gekommen wäre), so doch ihre unmittelbaren Resultate am Vulcan selbst zu studiren. Allein ohne specielle Erlaubniss der Regierung durfte ich eine dreiwöchentliche Reise nach dem Canton Santa Elena, zu der ich einige Tage früher beordert worden, nicht verschieben, und so blieb mein Wunsch unerfüllt. Jedoch hoffe ich, bald einige Wochen Urlaub zu bekommen, um den jetzigen Zustand des Cotopaxi, besonders die neuen Lavaströme untersuchen zu können. Ich berichte Ihnen also vorläufig über die Eruption nach Briefen aus Quito, welche allerdings das Ereigniss nur unvollkommen schildern und wenig wissenschaftlich brauchbares Material liefern.