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Rother Gneiss im Erzgebirge

Stelzner, Alfred

Kurzfassung

Herr E. Kalkowsky bat in letzter Zeit (Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1875 u. 1876) zweimal über diejenigen Resultate berichtet, zu welchen er durch sehr sorgfältige Untersuchungen des Glimmerschiefergebietes in der nächsten Umgebung von Zschopau gelangt ist, und er hat dadurch gezeigt, in wie vielseitiger Weise unsere seitherigen Kenntnisse des erzgebirgischen Gneiss- und Glimmerschiefergebietes der Vervollständigung und Verbesserung fähig sind, wenn man das letztere unter Benutzung der ausgezeichneten neuen Generalstabskarten mit solcher Liebe und Hingabe studirt, wie dies von Seiten des Genannten geschehen ist. Hätte sich nun Kalkowsky lediglich auf die Schilderung seines kleinen, nur etwa eine Qu.-Meile umfassenden und aus dem grossen archäischen Territorium des Erzgebirges sehr willkürlich herausgegriffenen Gebietes beschränkt, so würde keinerlei weitere Veranlassung zur Besprechung seiner Arbeit vorliegen; aber obwohl er es selbst einmal hervorhebt, dass es wohl immer richtiger sei, vom Ganzen auf die Theile, anstatt von einem Theile auf das Ganze zu schliessen, so hat er doch in Wirklichkeit bei seiner Darstellung ein ganz anderes Princip verfolgt, denn er hat es für zweckmässig erachtet, den Berichterstattungen über sein kleines Untersuchungsgebiet mehrfache kritische Bemerkungen, namentlich über diejenigen Erfahrungen einzuflechten, welche die ,Freiberger Geologen" bei ihren älteren Untersuchungen des ganzen Erzgebirges, besonders hinsichtlich des rothen Gneisses gewonnen zu haben glauben.