Original paper

Über die Fauna der ältesten Ablagerungen des Harzes.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Nach einer Schilderung der wichtigsten Bestandteile der fraglichen ,bercynischen" Fauna führte der Vortragende aus, dass dieselbe derjenigen der obersten, von Barbande mit F G und H bezeichneten Kalketagen des böhmischen Silurbeckens äquivalent sei. Auch die Kalke von Greiffenstein und Bicken in Nassau enthalten eine zwar spärliche, aber idente Fauna, und eine Reihe harzer und böhmischer Arten kommen auch in den Dachschiefern von Wissenbach und im Ruppachthale, in den Tentaculiten- und in den Nereitenschichten des Thüringer und Frankenwaldes, sowie in gewissen kalkig-sandigen unterdevonischen Schichten bei Néhou im nordwestlichen Frankreich vor. Die durch v. Grünewald vom Ostabfall des südlichen Ural bekannt gemachten Brachiopoden bieten weitere Analogieen. Nirgends aber findet sich eine der hercynischen ähnlichere Fauna als im Oriskanysandstein und in der Oberhelderbergformation Nordamerika's. Nachdem der Vortragende die bemerkenswerthesten übereinstimmenden Merkmale der fraglichen amerikanischen und europäischen Faunen hervorgehoben, ging er auf die Frage nach der Stellung der hercynischen Schichtfolge im geologischen System ein und besprach die Gründe, weshalb dieselbe nicht, wie Barrande es für die böhmischen Ablagerungen thut, zur Silurformation gerechnet werden dürfe, vielmehr zum Devon gezählt werden müsse, ähnlich wie die Amerikaner ganz allgemein ihr Oberhelderberg und die canadischen Geologen auch den Oriskanysandstein zur devonischen Formation stellen. Der Vortragende besprach darauf die Frage nach dem Niveau der hercynischen Fauna innerhalb der Devonformation.