Original paper

Über seine pbylogenetischen Forschungen auf phytopaläontologischem Gebiete.

v. Ettingshausen, Constantin

Kurzfassung

Frühere Arbeiten, durch welche er diese Forschungen vorbereitete, in Kürze berührend, bemerkte er, dass die Bearbeitung des Skelets der blattartigen Pflanzenorgane einen Zeitraum von zwanzig Jahren in Anspruch genommen hat und dass auf dieselbe die Bestimmungen der fossilen Blattorgane sich stützen müssen. Auf Grundlage der hierdurch gewonnenen Thatsachen konnte der Vortragende den genetischen Zusammenhang der Jetztflora mit der Tertiärflora in allgemeinen Zügen feststellen. Die Glieder der ersteren sind die weiter entwickelten Elemente der letzteren. Es erübrigte aber noch, die Abstammung der jetztweltlichen Arten aus tertiären nachzuweisen. Wegen des spärlichen und mangelhaften Materials war man bisher bei der Bearbeitung der fossilen Pflanzen kaum in der Lage, die phylogenetische Methode anzuwenden. Der Vortragende ist aber durch ein besonderes auf der Sprengung der Gesteine mittelst Frost beruhendes Verfahren bei der Gewinnung der Pflanzenfossilien in den Besitz eines vollständigeren und besseren Materials gelangt, welches ihn in den Stand setzte, den Ursprung der Pflanzenarten auf Grund unwiderlegbarer Thatsachen zu verfolgen. Unter Hinweis auf seine der kaiserl. Akademie der Wissenschaften vor Kurzem überreichte Abhandlung ,Beiträge zur Erforschung der Phylogenie der Pflanzenarten" entwickelt der Vortragende ein Beispiel einer phylogenetischen Reihe, nämlich die Abstammung der Pinus Pumilio, silvestris und Laricio von der P. Palaeo-Strobus.