Original paper

Über die geologischen Verhältnisse des böhmischen Erzgebirges, und insbesondere über den sogenannten rothen Gneiss.

Laube

Kurzfassung

Er sieht in diesen, von den älteren sächsischen Geologen für eruptiv gehaltenen Gesteinen ein Glied der krystallinischen Schieferformation und zwar speciell ein Aequivalent des Bojischen oder bunten Gneisses Gümbel's im Böhmischen Walde. Herr Credner aus Leipzig erklärte, dass er in Sachsen zu demselben Resultat gelangt sei. Auch er sieht den rothen Gneiss als Glied der archäischen Formation an. Im Gegensatz zu Laube aber glaubt er, dass der genannte Gneiss kein bestimmtes Niveau einnehme, sondern nur eine der vielen Varietäten der Gesteine der Gneiss-Glimmerschiefer-formation darstelle. Auch im Granulitgebirge trete dieses durch seinen Muscovitgehalt charakterisirte Gestein auf. Herr Stelzner aus Freiberg bemerkte dazu, dass Ansichten einer ,Freiburger Schule", von der Herr Credner gesprochen, über die Genesis des rothen Gneisses nicht existirten, wie die untereinander abweichenden Ansichten Cotta's und Müller's bewiesen. Schon Cotta habe die Zugehörigkeit eines Theils des rothen Gneisses zur archäischen Formation hervorgehoben. Verbände man mit dem Worte Gneiss einen rein petrographischen Begriff, so sähe er nicht ein, warum man nicht auch von Gneissgängen sprechen solle.