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Über die Kenntniss der ,Grauwackenzone" der nördlichen Alpen

Toula, Franz

Kurzfassung

1. Zwischen der, der Hauptsache nach aus krystallinischen Schiefergesteinen gebildeten Centralkette und der aus mesozoischen Gesteinen aufgebauten Kalkzone treten in den Nord-Alpen Schiefer, Sandsteine, Conglomerate und Kalke auf, die man als Ganzes unter dem Namen der nördlichen Grauwackenzone der Alpen bezeichnet. Ihre Gliederung war wegen Mangel an bezeichnenden Fossilresten nicht mit Sicherheit durchzuführen, doch wurden diese Gesteine als der silurischen Formation zugehörig betrachtet und dementsprechend auf der grossen geologischen Uebersichtskarte von Franz v. Hauer zur Darstellung gebracht. Die Anhaltspunkte für diese Annahme bilden die bei Dienten im Pongau, in dem Eisenstein - Tagbaue ,Nagelschmiede" aufgefundenen und von V. Hauer bestimmten Versteinerungen, sowie die am Erzberg bei Eisenerz hauptsächlich in Schwefelkiesknollen des schwarzen graphitischen Thonschiefers eingeschlossenen Petrefacte, welche von Prof. Suess als obersilurisch bestimmt wurden. Dieser Zone gehören nun auch als Endglieder der langen Reihe von Vorkommnissen die Gesteine an, welche zwischen dem Semmering-Sattel und Gloggnitz auftreten. Im Süden von den imposanten Kalkmassen der Rax und des Schneeberges trifft man unter den Werfener Schiefern einen Zug von Schiefergesteinen, die neuerlichst von Prof. Tschermak eingehender studirt worden sind. Manches davon, sagt Tschermak, lässt sich mit dem vergleichen, was von Theobald in Graubünden als Casanna-Schiefer bezeichnet wurde, woraus aber, wie ganz richtig hervorgehoben wird, nichts weiter folge als die bisher noch zu wenig betonte Aehnlichkeit der älteren alpinen Sedimentbildungen überhaupt.