Original paper

Verbreitung der Inoceramen in den Zonen der norddeutschen Kreide.

Schlüter, Clemens

Kurzfassung

Als Ihr letzter Besuch in Bonn uns im vergangenen Sommer erfreute, fanden Sie mein Arbeitszimmer ganz erfüllt von Inoceramen. Es wird Sie vielleicht interessiren, was das Resultat der Prüfung ist. Es wurden ca. 1000 Exemplare untersucht, die ich grösstentheils selbst in den letzten Decennien gesammelt habe. Mein Wunsch, die Arbeit noch vor Beginn der Reisezeit und dem am Schlüsse der Herbstferien bevorstehenden Umzüge aus dem Poppelsdorfer Schlosse, in dessen von mir innegehabten Räumen sich Mineralogie und Zoologie theilen, zu vollenden, hat sich glücklicherweise verwirklicht. Hier haben Sie das geognostische Ergebniss. Die eingehende paläontologische Erörterung wird Ihnen das nächste Heft der Paläontographica, an dem bereits eifrig gedruckt wird, bringen. Hils. (Étage Neocormien D'Orb.) Im Neocom Norddeutschlands, d. i. im Hilsconglomerat und Hilsthon, sowie im Hilssandstein des Teutoburger Waldes hat bis jetzt die Gatung Inoceramus noch keinen Vertreter aufzuweisen. Unterer Gault. (Étage Aptien D'Orb.) In den unteren Gliedern des Gault: in den Crioceren-Schichten und in der Zone des Belemnites Brunswicensis wurde ebenfalls noch kein Inoceramus aufgefunden. Zum ersten Male taucht Inoceramus in der norddeutschen Kreide auf in der oberen Abtheilung des Unteren Gault, in den Schichten, welche characterisirt sind durch Ammonites Martini, Ancyloceras Bowerbanki etc., also im Aptien.