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Ueber einen Pterichthys von Gerolstein.

Beyrich, E.

Kurzfassung

Die in deutschen Devonbildungen bisher aufgefundenen Reste von Placoderrnen haben nur wenig dazu beigetragen, die Kenntniss dieser merkwürdigen alten Fischformen zu erweitern und man war für ihre Benrtheilung ausschliesslich auf die Resultate angewiesen, zu welchen die Untersuchung der reichen Vorkommnisse des englischen und russischen Oldredsandstone geführt hatte. Eine erste Nachricht von dem Vorhandensein hierher gehörender Reste in deutschem Devon erhielt man durch Agassiz, der in der Monographie der Fische des Oldredsandstone dem höchst unbedeutenden Fragment einer Knochenplatte aus der Eifel (a.a.O. t. 30. f. 10.) den Namen Asterolepis Hoeninghausii beilegte. Später beobachteten Steininger, Eichwald und Andere geringfügige andere, in der Eifel gefundene Trümmer, die auf Schuppen, Zähne oder Flossenstacheln gedeutet und auch wohl mit Namen belegt wurden, denen aber doch kaum ein anderes Interesse zukam, als dass sie zeigten, dass die von marinen Resten aller Art erfüllten rheinischen Devonbildungen auch eine wahrscheinlich reiche Fauna von Fischen enthalten, deren Natur uns unbekannt blieb. Etwas bedeutender zwar waren die durch H. v. Meyer als Placothorax Agassizii (Palaeontographica I. pag. 102. t. 12. f. 1.); dann als Physichthys Hoeninghausii (Palaeontographica IV. pag. 80. t. 15. f. 1 - 11.) und als Coccosteus hercynicus (F. A. Roemer, Beiträge II. pag. 82. t. XII. f. 28.) beschriebenen Reste, die beiden ersteren von Gerolstein, der letztere aus dem Devon des Oberharzes; indess würde auch die diesen Trümmern gegebene Deutung erst einen festeren Boden gewinnen, wenn Vollständigeres aus denselben Schichten bekannt würde. Bei diesem dürftigen Zustande unserer Kenntnisse von Fischen des deutschen Devon war eine der Deutschen geologischen Gesellschaft bei ihrer Versammlung zu Jena im August des Jahres 1876 durch Herrn v. Koenen zugesendete Mittheilung von hohem Interesse, dass sich im Oberdevon zu Bicken bei Herborn der wohlerhaltene Panzer eines Placodermen, Rumpf mit ansitzendem Kopf und Ruderorgan, gefunden habe.