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Ueber Hoplolichas und Conolichas, zwei Untergattungen von Lichas.

Dames, W.

Kurzfassung

Dem Bedürfniss, die zahlreichen Arten der Gattung Lichas in Unterabteilungen zu scheiden, hat Angelin zuerst Ausdruck gegeben. In der Palaeontologia Scandinavica pag. 68 sind dieselben ausschliesslich nach der Zahl und dem Verlauf der Seitenfurchen der Glabella in mehrere Gruppen zerlegt, und für eine derselben, welche aller Furchen entbehrt, oder nur ganz kurze vordere Seitenfurchen besitzt, der Name Platymetopus eingeführt. So nützlich nun auch eine derartige Gruppirung ist, so genügt es doch nicht, dieselbe nur auf ein Merkmal hin zu begründen. Wenn wir dieselbe unverändert auf alle Lichas-Arten ausdehnen, so würden z.B. sämmtliche hier zur Beschreibung kommende der Angelin'schen Abtheilung B. I. 2. zufallen, die er folgendermaassen charakterisirt: Fronte utrinque distincte biloba, lobis lateralibus undique circumscriptis. - Nehmen wir als Typus dieser Abtheilung seine Lichas deflexa (t. 37. f. 2.) und ziehen wir dieselbe mit den auf unseren Tafeln abgebildeten in Vergleich, so ergiebt sich das Unnatürliche einer solchen Vereinigung von selbst. Man muss also ausser dem Verlauf der Seitenfurchen, dessen Bedeutung durchaus nicht in Abrede gestellt werden soll, noch andere Merkmale zur Begrenzung einer natürlichen Abtheilung hinzuziehen, und der Versuch, zwei solcher Gruppen weiter zu begrenzen und in ihren gegenseitigen Beziehungen darzustellen, soll im Folgenden zugleich mit der Beschreibung und Abbildung mehrerer bisher nur ungenügend oder garnicht bekannter Arten gemacht werden. Das Material, welches ich zu dieser Arbeit benutzen konnte, ist so vollständig, als es beim jetzigen Stande unserer Sammlungen zu erreichen möglich war. Die Berliner, Königsberger, Kieler, Breslauer und Neubrandenburger Sammlungen enthalten werthvolle Stücke, die ich Dank der Freundlichkeit der Herren Beyrich, Zaddach, Sadebeck, F. Roemer und Brückner benutzen konnte.