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Richtofen's ,China"

Schmidt, Fr.

Kurzfassung

Mit grossem Interesse habe ich die Lectüre Ihres grossen Werkes über China begonnen; dabei habe ich Gelegenheit zu verschiedenen Bemerkungen gefunden, von denen ich glaube, dass sie nicht ohne Interesse für Sie sein werden. Was zunächst den Löss betrifft, so ist ein grosser Theil von Süd-Russland von ihm bedeckt, wenn auch nicht in so grossem Maassstabe wie in China. Er scheint vorzüglich den Flussläufen zu folgen. Barbot De Marny hat sich mit seiner Verbreitung beschäftigt. Ich habe ihn selbst bei und in Kiew, sowie am Dniestr gesehen. Erscheint grösstentheils die Grundlage der berühmten Schwarzerde zu bilden, die eben nach meiner Meinung nichts weiter ist als Löss, in dem sich ein grosser Theil verrotteter vegetabilischer Substanz erhalten hat. An den Abhängen des Dniestr, die aus lockeren, z. Th. mit Vegetation bedeckten, kalkigen Schichten der Kreide- und Silurformation bestehen, habe ich die noch jetzt fortgehende Bildung des Löss (im Jahre 1872) durch atmosphärische Agentien vortrefflich beobachten können. Auf den genannten bewachsenen Abhängen leben ziemlich zahlreiche Landschnecken, Achatina lubrica und Helices; diese werden durch von den Thalwandungen herabkommende (durch Regen entstandene) Schlammströme eingehüllt und thalabwärts geführt, wo sich mächtige Lager von neugebildetem Löss ansammeln, der z. Tb. auf den Niederungen liegen bleibt, z. Th. vom Flusse fortgeführt wird. Eingetrocknete neuere Schlammströme mit eingeschlossenen Landschnecken, z. Th. schon mit Vegetation bedeckt, waren an vielen Stellen an den Abhängen zu sehen. Am Amur und auf Sachalin habe ich durchaus nichts von lössartigen Bildungen gesehen; freilich kannte ich damals, 1859 - 1862, weder den Löss vom Rhein noch vom Dniestr aus eigener Anschauung.