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Jura bei Goslar

Württenberger

Kurzfassung

Meinem Versprechen gemäss übersende ich Ihnen anbei einige Versteinerungen aus dem hiesigen weissen Jura, welche sehr deutlich die Bildung der bekannten concentrischen Kieselringe wahrnehmen lassen. Das Vorkommen erscheint mir deshalb besonders interessant, weil die Häufigkeit derartiger Versteinerungen an der Fundstelle es gestattet, die Verkieselung in allen Stadien der Vollkommenheit, von dem ersten Ansätze einzelner Ringe an bis zur grössten Ausbildung zu beobachten. Zur Erläuterung des Vorkommens möge Folgendes dienen: An der Nordostseite von Goslar führt vom sogen. Osterfelde ein Fahrweg neben dem Cramer'schen Teiche vorbei auf den Petersberg, aus welchem ein kleiner Hohlweg zur städtischen Sandgrube abzweigt. In diesem Hohlwege stehen die unteren Schichten des Coral-rag an, welche durch eine Exogyra charakterisirt sind, die von H. Credner früher zu Ex. reniformis Goldf. gezogen, von Struckmann aber als Ex. lobata A. Roem. erkannt worden ist. An der linksseitigen Böschung dieses Hohlweges, von seiner Abzweigung aus der erwähnten Strasse angesehen, lässt sich die Schichtenfolge am deutlichsten beobachten, jedoch nicht zu allen Zeiten, weil die Böschung, welche in Folge des Besuchs von Sammlern häufige Aufwühlungen erleidet, von Zeit zu Zeit durch den Aufseher der Sandgrube wieder ausgeglichen und eingeebnet, dadurch aber genaueren Beobachtungen entzogen wird. Die Nähe der Fundstätte an meinem Wohnorte hat es mir jedoch möglich gemacht, die Folge der Schichten, welche in h. 9,5 bis 10,5 streichen und mit 60 - 70° gegen Osten einfallen, festzustellen, indem ich den Platz mir habe aufgraben lassen.