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Krystallzwillinge

Sadebeck, A.

Kurzfassung

In Ihrem interessanten Vortrage über Symmetrie der Krystallzwillinge und über äquivalente Zwillingsaxen citiren Sie eine Stelle aus meiner angewandten Krystallographie, nach der es den Anschein haben muss, als ob ich die Aequivalenz zweier aufeinander senkrechter Zwillingsaxen als einen allgemein gültigen Satz betrachtete. Lediglich aus didaktischen Gründen wählte ich die allgemeinere Form, welche ich allerdings durch das Wörtchen ,meist" hätte mildern müssen. Am Schlüsse des Absatzes sage ich auch ,bei der Wahl zwischen zwei Zwillingsaxen" und nicht ,bei der Wahl zwischen den zwei Zwillingsaxen", worin liegen soll, dass eine Wahl nicht immer vorhanden ist. Sie werden hier finden, dass ich bei der Behandlung der triklinen Zwillinge darauf hinweise, wie die beiden bei den Karlsbader Zwillingen möglichen Zwillingsaxen im triklinen System zwei verschiedene Gesetze bezeichnen. Bei meinem Vortrage in der Gesellschaft naturforschender Freunde erklärt sich der unrichtige Ausdruck daraus, dass ich zunächst über die Beziehungen zweier aufeinander senkrechter Zwillingsaxen zu sprechen hatte. Was die von mir betonte Pseudosymmetrie anbetrifft, so bezieht sich dieselbe nicht allein auf die theoretischen Verbältnisse, sondern auch auf die Erscheinungsweise der Zwillinge in der Natur mit Einschluss der wiederholten Zwillingsbildungen, wie ich es ausführlicher in der angewandten Krystallographie behandelt habe.