Original paper

Richthofen's ,China"

Schmidt, Fr.

Kurzfassung

Herr Dokatschajew, der im verflossenen Sommer einen grossen Theil des Tschernosemgebiets bereist hat, erklärt sich im Wesentlichen mit Ruprecht's Theorie, dass nämlich der Tschernosem Steppenhumus sei, einverstanden. Er hat ihn immer in Verbindung mit lockeren Bildungen gefunden, die, grösstentheils localer Entstehung, aus Zerstörung älterer Bildungen hervorgegangen, sind. Er scheut sich aber noch einstweilen, den Namen Löss für alle diese Bildungen anzunehmen, weil er den typischen Löss am Rhein noch nicht gesehen hat und weil er nur ausnahmsweise Landschnecken in diesen Ablagerungen gefunden bat. Das Nämliche warf mir schon Prof. Teofilaktow in Kiew ein; der grösste Theil der Stadt liegt auf Löss (wie ich vermuthe); es sind auch Knochen von Mammuth und dergleichen darin gefunden worden, aber keine Landschnecken, die dagegen am Dniestr z.B. überall vorkommen. Im Aralcaspischen Gebiet ist bis jetzt der Löss nur an den Abhängen der Grenzgebirge gefunden worden, im Kaukasus, bei Samarkand, Taschkend und Kokan. Przewalski's Bericht über seine Reise an den Lob-nor habe ich schon gelesen. Er hat Ihre Arbeiten kaum gekannt und bietet einstweilen wenig Geologisches. Die rein geographischen, sowie zoologischen, auch ethnographischen Interessen haben überwogen. Leider hat er die directe Tour vom Lob-nor nach Tibet nicht machen können, weil es ihm an Führern fehlte. Es hat mich aber interessirt zu sehen, wie nahe seine Erkundigungen und Beobachtungen mit Ihrer Karte übereinstimmen. Gleich südlich vom Lob-nor ein hohes Gebirge, der Alton-tagh. Dann ein schmales, hohes Plateau von O-W, dann wieder ein hohes Gebirge, und so in mehrfacher Wiederholung, bis Tibet erreicht ist.