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Jura in Lothringen

Branco, Wilhelm

Kurzfassung

Die vergangenen grossen Ferien habe ich in Lothringen und Luxemburg zugebracht, um Material für eine Bearbeitung des dortigen unteren braunen Jura zu sammeln und speciell über die Stellung der Eisensteinlager klar zu werden, welche einen fast ununterbrochenen Horizont durch ganz Lothringen bilden und sich bis nach Luxemburg und Frankreich hinein ausdehnen. Die Ausbeutung derselben hat nach dem letzten Kriege einen ganz ausserordentlichen Aufschwung genommen, und wenn auch momentan einzelne Gruben und Tagebaue zum Erliegen gekommen sind, so ist doch eine Reihe von Aufschlüssen geschaffen worden, die stellenweise wirklich grossartig genannt werden müssen. Da ich hier in Strassburg längere Zeit mit der palaeontologischen Bearbeitung zu thun haben werde, der Lothringer Jura aber für uns Deutsche jetzt ein doppeltes Interesse besitzt, so wollte ich mir erlauben, Ihnen kurz die geognostischen Resultate meiner Beobachtungen-so weit sie bis jetzt klar vor mir liegen-mitzutheilen. Dieselben sind insofern nicht uninteressant, als sich herausgestellt hat, dass die Abgrenzung des braunen Jura gegen den Lias in dortiger Gegend sich gut mit der in Deutschland üblichen Eintheilung in Uebereinstimmung bringen lässt, ohne der Sache Gewalt anzuthung.