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Notiz über die Bedeutung der Schlieren für das tektonische Verständniss der massigen Eruptiv-Gebilde.

Reyer, Ed.

Kurzfassung

Die Anschauungen über die Tektonik der massigen Eruptivgesteine sind derzeit noch nicht fixirt. Insbesondere scheint mir die Ansicht, die grossen Granitmassen seien als Stöcke aufzufassen, nicht unbedingt zu billigen. Es drängt sich vielmehr die Frage auf, ob denn nicht der Granit ebenso, wie jedes andere eruptive Gestein zuerst durch Spalten emporgedrungen sei, dann sich aber als Strom auf dem Meeresboden ausgebreitet habe? - Weil an ein oder der anderen Stelle einer grossen Granitmasse eine durchgreifende Lagerung gegen das Nebengestein nachgewiesen ist, wird behauptet, die ganze Masse sei ein Stock. - Das ist eine willkürliche Verallgemeinerung! Allerdings ist das Magma an den besagten Stellen unzweifelhaft emporgedrungen. Es ist aber auch ganz wohl möglich, dass die übrigen Massen, an welchen eine derartige durchgreifende Lagerung gegen das Nebengestein nicht nachgewiesen ist, als Strom aufgefasst werden müssen, welcher sich aus der beobachteten Ausbruchstelle ergossen hat. Endlich ist es ja auch möglich, dass die Eruptionspunkte mitten in dem Granitgebiete liegen und demzufolge nirgend eine durchgreifende Lagerung zu beobachten ist. Ein vorsichtiger Beobachter wird gewiss nicht behaupten, eine solche Masse sei ein Stock schlechtweg. Die Lösung derartiger Fragen und mithin das tektonische Verständniss der massigen Eruptiv-Gesteine, wird ermöglicht durch die Bestimmung des Streichens und Fallens der Schlieren im Magma, wie hier gezeigt werden soll. Unsere Ableitung geht aus von der Beobachtung der Fliess-Bewegung.