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Ueber einige astylidc Crinoiden.

Schlüter, Clemens

Kurzfassung

Nachdem die Kenntniss der fossilen Crinoiden seit der grundlegenden Arbeit des Danziger Gelehrten S. Miller's in außerordentlicher Weise durch zahlreiche Schriftsteller der alten und neuen Welt gefördert ist, hat seit der Abhandlung J. Müller's über den einzig damals bekannten Pentacrinus der jetzigen Meere, welche das Verständniss der lebenden Formen erschloss und damit den Schlüssel bot für eine eindringende wissenschaftliche Betrachtung der in den Gesteinsschichten aufbewahrten Reste, wie alsbald die ausgezeichnete Abhandlung Beyrich's über die Crinoiden des Muschelkalks darthat, - seitdem hat die fortschreitende Kenntniss der recenten Crinoiden längere Zeit fast geruht, bis das letzte Decennium unser Wissen über die lebenden Crinoiden nach den verschiedensten Richtungen, durch Darlegung der Entwickelungsgeschichte und des anatomischen Baues, sowie durch Auffindung neuer Typen und ihre geographische Verbreitung in erfolgreichster Weise erweitert. Seitdem nun das Schleppnetz noch manche neue Gestalt aus der Tiefe des Oceans hervorzog, erwuchs die Hoffnung, dass auch die jüngeren Formationen, das Tertiär- und Kreide-Gebirge noch Neues bieten würden. Bereits hat Beyrich das Vorkommen fossiler Rhizocrinus-Arten angezeigt und Meneghini verdanken wir einen Ueberblick über die zahlreichen Crinoiden des italienischen Tertiärgebirges. Die vorliegenden Blätter sind bestimmt, einen weiteren kleinen Beitrag über die jüngeren fossilen Crinoiden, über solche aus dem Tertiär und der Kreide, zu liefern. Es werden sich zunächst einige fossile Antedon-Arten der Betrachtung darbieten; dann ein mit der Unterseite des Kelches aufgewachsener Crinoid aus dem Eocän des Monte Spilecco und zuletzt ein freier, ungestielter Crinoid aus dem Senon Westfalens.