Original paper

Einige Bemerkungen zu Herrn Dr. O. Meyer's ,Untersuchungen über die Gesteine des Gotthardtunnels".

Stapff, F. M.

Kurzfassung

Mitt grossem Interesse habe ich Herrn Dr. Meyer's Dissertation über seine unter Herrn Prof. Zirkel's Leitung ausgeführte vortreffliche mikroskopische Untersuchungen von Gotthardtuunel-Gesteinen studirt, und hege den sehnlichsten Wunsch, dass nicht nur weitere ähnliche Untersuchungen, sondern auch chemisch - analytische mit dem durch den Tunnelbau zu Tage geförderten Material angestellt werden möchten, namentlich zur Gewinnung positiver Anhaltspunkte für die Identificirung gewisser, zwischen dem Urnerloch und dem Tessinthal liegender, Schichtencomplexe, welche aus geologischen und stratigrafischen Gründen als die Flügel wiederholter Mulden und Luftsättel aufgefasst werden könnten. Man dürfte sagen, dass Herrn Meyer's Untersuchungen mehr an's Licht gefördert haben, als dem eben angedeuteten speciellen Zweck direct dienlich sein kann, indem sie durch den überraschenden Nachweis einiger, in ganzen Schichtenreihen wiederkehrender mikroskopisch accessorischer Mineralien die makropetrographischen Eigenschaften in den Hintergrund zu drängen scheinen, nach welchen man die Zusammengehörigkeit oder Verschiedenheit einzelner Schichtencomplexe hätte schliessen können. Es liegt mir ferne, im Nachstehenden die mikroskopischen Untersuchungen des Herrn Meyer kritisiren oder ergänzen zu wollen, da ich mich mit solchen selbst leider nur flüchtig habe beschäftigen können. Durch die Berichtigung einiger Angaben, betreffend Vorkommnisse, rein geologische, petrographische oder sonstige Verhältnisse, welche eingehende Studien am Ort voraussetzen, glaube ich jedoch Herrn Meyer nicht zu nahe zu treten und den Werth seiner Arbeit nicht zu schmälern. Als Autor der als Specialbeilage zu den Berichten des Schweizerischen Bundesraths über den Gang der Gotthard-Untersuchung erscheinenden ,Geologischen Tabellen und Durchschnitte über den grossen Gotthardtunnel" bin ich mir diese Berichtigungen selbst schuldig.