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Beiträge zur Kenntniss der schlesischen Basalte und ihrer Mineralien.

Trippke, Paul

Kurzfassung

Zwischen 49° 45' und 51° 45' nördl. Breite durchzieht eine in der Eifel beginnende Zone zahlreicher Basaltaufragungen von West nach Ost ganz Deutschland und die angrenzenden Theile von Böhmen und Mähren. Die Basalte Schlesiens sind als die letzten Ausläufer dieser Zone zu betrachten, welche hier in dem am weitesten gegen Osten gelegenen 400 M. hohen Basaltkegel des Annaberges bei Cosel ihr Ende findet, denn darüber hinaus sind bis zum Ural keine Basalte oder verwandte jüngere Eruptivgesteine anstehend bekannt geworden. Während die Basaltgesteine des westlichen und mittleren Deutschlands bereits vielfach Gegenstand mikroskopischer Untersuchungen gewesen sind, ist dies bei den schlesischen bis in die neueste Zeit nicht der Fall gewesen. Den ersten Beitrag zur genaueren Kenntniss dieser Basalte lieferte Möhl, welcher 1874 die erste Abtheilung seiner mikroskopischen Untersuchungen über die Basalte der preussischen Ober-Lausitz veröffentlichte. Ueber die Basaltgesteine Nieder- und Oberschlesiens fehlen dagegen umfassendere derartige Untersuchungen bis heute noch vollständig, wenn auch wohl anzunehmen ist, dass die Basalte einzelner besonders hervorragender Punkte manchem Forscher bereits durch Autopsie bekannt geworden sein dürften. Der Wunsch, auch diese Gesteine in den Kreis der Untersuchungen gezogen zu sehen, erscheint besonders gerechtfertigt, seit die Basalte des Nachbarlandes Böhmen durch Boricky eine so eingehende Bearbeitung erfahren haben. Deshalb habe ich auf Anregung des Herrn Prof. Dr. v. Lasaulx eine Gesammtbearbeitung der Basalte Nieder- und Oberschlesiens in die Hand genommen. Von den bis jetzt gewonnenen Resultaten erscheinen bereits einige so bemerkenswerth, dass eine vorläufige Mittheilung derselben wohl gestattet sein dürfte.