Original paper

Eintheilung des oberen Jura der Umgegend von Hannover

Struckmann, C.

Kurzfassung

Im letzten Hefte des vorigjährigen Bandes der Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft hat sich Herr M. De Tribolet in Neuchâtel in einem an Sie gerichteten Briefe kurz über die Eintheilung unseres Hannoverschen Jura und über den Synchronismus der hannoverschen und westschweizerischen oberen Jurabildungen ausgesprochen. Ich hatte bereits Gelegenheit, mich im vorigen Herbst mit Herrn De Tribolet bei dessen Anwesenheit hier in Hannover vielfach über diesen Gegenstand zu unterhalten, und haben spätere gegenseitige schriftliche Mittheilungen zu einer völligen Uebereinstimmung unserer Ansichten geführt. Inzwischen habe ich im vorigen Winter meine Studien über den Oberen Jura von Hannover fortgesetzt, und habe ich mich namentlich bemüht, auf Grund der Lagerungsverhältnisse und einer genauen Vergleichung der fossilen Fauna die hiesigen Oberen Jurabildungen mit denen in Schwaben, der Schweiz, der Häute-Marne und der Umgebungen von Boulogne- sur Mer in Parallele zu stellen. Die Resultate habe ich in einer grösseren, demnächst erscheinenden Arbeit niedergelegt. Vorläufig will ich im Anschluss an die Tribolet'sche Notiz hier kurz mittheilen, zu welchen Ansichten ich in Bezug auf den Synchronismus der hannoverschen, und der schweizerischen Jurabildungen gelangt bin, indem ich bemerke, dass ich bezüglich der östlichen Schweiz der Eintheilung von Mösch, bezüglich der westlichen Schweiz derjenigen von Tribolet gefolgt bin. In Bezug auf den hiesigen Oberen Jura habe ich die bereits früher von mir vorgeschlagene allgemeinere Eintheilung beibehalten, habe mich inzwischen auch überzeugt, dass es, wie ich dieses bereits in meiner kleinen Arbeit über die Fauna des unteren Korallenooliths von Völksen am Deister (diese Zeitschrift 1877 pag. 534 ff.) andeutete, jedenfalls zweckmässig ist, die Zone der Terebratula humeralis, die von mir bisher als oberer Korallenoolith bezeichnet wurde, dem unteren Kimmeridge hinzuzurechnen. Man gelangt alsdann zu folgendem Schema: (Dasselbe siehe umstehend.)