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Conglomerate von Strehla in Sachsen

Credner, Hermann

Kurzfassung

Im vorigen Bande dieser Zeitschrift beschreibt Herr H. Pohlig in seinem Aufsatze über den archaeischen District von Strehla in Sachsen einerseits früher für eruptiv gehaltene Granite, andererseits in der That vollkommen zweifellose Conglomerate als Glieder der archaeischen Formationsgruppe. Vor Kurzem wurde mir durch Sie Veranlassung gegeben, meine Ansicht über die geologischen Beziehungen der betreffenden Conglomerate an dieser Stelle auszusprechen. So sehr ich nun auch auf der einen Seite, und zwar namentlich auf Grund meiner Kenntniss der benachbarten Granitgneisse an der Peripherie des sächsischen Granulitgebirges, die Auffassung des Herrn Pohlig über die Zugehörigkeit der Strehla'er granitähnlichen Gesteine zur archaeischen Formation theile, so wenig habe ich mich auf der anderen Seite an Ort und Stelle überzeugen können, dass jene Conglomerate wirklich der archaeischen Schichtengruppe und zwar speciell der Glimmerschieferformation als integrirende Glieder zugerechnet werden müssten. Auf der von mir dorthin in Begleitung des Herrn Pohlig gernachten Excursion habe ich wohl die von Letzterem 1. c. pag. 556 als Begleiter seiner Conglomeratschiefer aufgefassten augengneissartigen und langflaserigen Gneissglimmerschiefer an der Basis der Glimmerschieferformation, an keiner Stelle aber die echten Conglomerate anstehend gesehen, letztere vielmehr nur in Lesesleinen auf den Feldern zerstreut angetroffen. Trotz des z. Th. recht krystallinischen Aussehens der Grundmasse dieser fraglosen Conglomerate habe ich mich dem Eindrucke nicht entziehen können, dass dieselben vielleicht dem ganz in der Nähe auftretenden silurischen Grauwackengebirge, etwa als eine Art discordant über die Schichtenköpfe der archaeischen Formation übergreifenden Grundconglomerates, angehören möchten.