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Ophiuren-Horizont im oberen Muskelkalk

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Unter vielen, theils unbeschriebenen neuen, theils besser erhaltenen schon bekannten organischen Resten der Trias, die gewiss noch manches Ungeahnte birgt, ergaben sich wahrend der letzten Jahre in der Gegend von Weimar 2 Ophiurenfunde; der eine besteht in einer Platte mit über 50 Exemplaren und wurde von mir in der Pappelschlucht bei Taubach entdeckt, der andere repräsentirt eine von jener verschiedene Ophiure von trefflichem Erhaltungszustand, die mit der Oberseite an einen Ceratiten angeheftet und im Besitz des Herrn Götze in Weimar ist. Diese beiden Funde veranlassten eine im Druck befindliche, zoologische Arbeit über Aspidura, in welcher die särnmtlichen Muschelkalkophiuren abgehandelt werden; es sei gestattet, hier einige Bemerkungen über die Lagerstätten der Ophiuren im Muschelkalk anzufügen, die sich in Anbetracht des obengenannter Abhandlung angewiesenen Platzes dort nicht wohl anbringen Hessen. Aspidura kann zu den Seltenheiten des Muschelkalkes gerechnet werden, die annoch aufgefundenen Exemplare lassen sich zählen. Das Vorkommen beider Untergattungen derselben ist sowohl im unteren, als im oberen Muschelkalk nachweisbar; jedoch vertheilt es sich so, dass die Verbreitung in der oberem Abtheilung eine viel bedeutendere ist. Aus der unteren sind Ophiuren nur sehr vereinzelt bekannt geworden; so erwähnt dies Meyn von Rüdersdorf, ingleichen Eck, ferner E. E. Schmid von Jena. Im oberen Muschelkalk gewinnt Aspidura durch häufigeres Vorkommen grössere Bedeutung; ihre Repräsentanten finden sieh hier vereinzelt, namentlich durch die Nodosenschichten zerstreut, und vergesellschaftet; isolirte Individuen zeichnen sich oft durch Grösse aus, ein Verhältniss, das im Muschelkalk auch bei Terebratula, Natica etc. beobachtet wird. Die Massenvorkommnisse der Aspiduren sind von weiterem geologischen Interesse.