Original paper

Ueber Palaeojulus dyadicus Geinitz und Scolecopteris elegans Zenker.

Sterzel, J. T.

Kurzfassung

I Die Direction der geologischen Landesuntersuchung Sachsens hat mich beauftragt, die Untersuchung der organischen Reste des Rothliegenden der Umgegend von Chemnitz fortzusetzen. Bekanntlich bestehen diese vorwiegend in Verkieselungen und sind der meist ausserordentlich gut erhaltenen organischen Structuren wegen ein höchst interessantes Material. Leider ist das Studium desselben ein ausserordentlich mühsames und zeitraubendes wegen der grossen Härte und Sprödigkeit des petrificirenden Materials, und schliesslich sind die best erhaltensten Exemplare doch nur Fragmente, deren Zusammengehörigkeit einerseits und deren Stellung im System andererseits schwer zu enträthseln sind. Daher kommt es auch, dass trotz der vorzüglichen Arbeiten eines Cotta, Corda, Göppert, Stenzel, Kraus etc. unter unseren verkieselten Gattungen und Arten nicht eine ist, deren Untersuchung als abgeschlossen zu betrachten wäre. Ein wichtiger Fortschritt in der Erkenntniss unserer Flora dürfte jetzt deswegen zu erwarten sein, weil sich von Jahr zu Jahr die Zahl der Exemplare mit gut erhaltenen Rindentheilen, Blättern und Fructificationsorganen mehrt, die jedenfalls zu den bisher fast ausschliesslich bekannten Stämmen, Aesten und Wurzeln in Beziehung stehen. Jene zarteren Pflanzentheile sind bisher wohl vielfach nicht beachtet, z. Th. aber auch nicht als solche bekannt worden. So ist der bisher als einziger fossiler thierischer Rest unseres Rothliegenden betrachtete Palaeojulus dyadicus Gein. in Wirklichkeit das Blatt eines Farn. Dies nachzuweisen ist der Zweck dieser Arbeit.