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Über Heim, geologische Monographie der Tödi-Windgällen-Gruppe

Studer, B.

Kurzfassung

In dem kürzlich erschienenen Werke: Über Heim, geologische Monographie der Tödi-Windgällen-Gruppe 1878, finde ich Th. II. pag. 130 die allenfalls gerichtlich zu verfolgende Anklage, ich hätte mir erlaubt, als Beigabe zu meinem 1872 in Bonn gehaltenen Vortrag über Granit und Gneiss der Alpen, der Zeitschrift eine im wesentlichen Punkte ganz falsche Copie des von ihm veröffentlichten Windgällen-Profils mitzutheilen. Er habe diese Anklage Jahre lang zurückgehalten, stets hoffend, ich werde inzwischen meine von vorgefassten Theorien getrübten Behauptungen aufgeben und besserer Belehrung zu gänglich sein. Den wesentlichen Punkt, worin meine Copie von den von Herrn Heim gegebenen Zeichnungen abweichen soll, kann ich indess nicht entdecken. Es kann Herr Heim kaum vergessen haben, dass er ungefähr gleichzeitig drei Profile jener Gruppe bekannt gemacht hat. Ein erstes bildet einen Theil des den 23. August 1871 der Schweiz. naturf. Gesellschaft in Frauenfeld vorgewiesenen Alpenprofils und ist in dem Bericht über diese Versammlung veröffentlicht worden. Einzelne, jene Gruppe betreffenden Theile jenes Profils wurden nacher 1872 in dem Jahrbuch des schweizerischen Alpenclubs auf einer besonderen Tafel mitgetheilt, und von einer dieser Zeichnungen ist meine Ihrer Zeitschrift mitgetheilte eine, soweit ich es zu beurtheilen vermag, treue Copie. Ein drittes Profil endlich wurde von Herrn Heim, den 13. November 1871, in der Züricher Vierteljahrsschrift veröffentlicht. Alle drei Profile sind unter sich und mit meiner Copie ziemlich übereinstimmend, und wenn Herr Heim eines derselben für ganz falsch erklärt, so kann der Vorwurf nur auf ihn selbst zurückfallen. Im Züricher Profil ist allerdings das Grundgebirge als Verrucano, in den beiden anderen als Gneiss bezeichnet; es will jedoch Herr Heim zwischen beiden Steinarten keinen wesentlichen Unterschied finden. Mehr Gewicht legt vielleicht Herr Heim auf die Abweichung der Structur des dem Lias aufgelagerten Gneisses. Sie ist in den Profilen von Fraucnfeld und des Alpenclubs kaum angedeutet, in der von mir eingesendeten Zeichnung nähert sie sich, conform dem Züricher Profil, dem Parallelismus mit dem Lias. Es fragt sich allerdings, ob diese Structurangabe nicht auch, wie die des Mettenbergs, eine nähere Prüfung verlangt, bevor sie als richtig anerkannt wird. Welche Benennung aber einer Anklage auf Fälschung zukommt, die man nicht zu begründen vermag, überlasse ich dem Urtheile meiner Herren Collegen.