Original paper

Über die geologischen und petrographischen Verhältnisse der Granitstöcke von Geyer im Erzgebirge.

Credner, Hermann

Kurzfassung

Der dortige Granit zeichnet sich aus durch die grosse Anzahl interessanter Varietäten, die z. Th. durch Schwankungen in der mineralischen Zusammensetzung, z. Th. durch Structur-Modificationen erzeugt werden. Hierher gehören Riesengranit (Stockscheider), Halbgranit, Porphyre, Greisen und quarzfels-, sowie glimmerfelsartige, locale Gebilde, die mit dem Greisen im innigsten Zusammenhange stehen. Im Gegensatze zu anderen Eruptivgraniten haben die 3 Geyer'schen Stöcke auf ihr Nebengestein eine contactmetamorphische Einwirkung nicht ausgeübt, obwohl dies irrthümlicher Weise früher vorausgesetzt wurde. Dahingegen hat ein umgekehrter Einfluss in der Art stattgefunden, dass (wenigstens an dem. durch seine alten Zinnvorkommnisse bekannten Stockwerke von Geyer) der Granit in der Berührung mit seinem Nebengesteine einen sehr grobkrystallinischen Habitus angenommen hat und als Stockscheider zur Ausbildung gelangte. Diese Erscheinung wiederholt sich auch (z. B. an den Greifensteinen) dort, wo der Granit grössere Fragmente des Nebengesteins umschliesst. Auch die Verwitterungsformen des dortigen Granites sind sehr auffälliger Art, indem sich bei eintretender Verwitterung ausgezeichnet bankartige und matrazenförmige Absonderung einstellt. Schliesslich legte der Vortragende die Section Geyer der geologischen Specialkarte von Sachsen nebst Erläuterungen von F. Schalch vor, als diejenigen eben erfolgten Publicationen, auf welchen obige Mittheilungen wesentlich basiren.