Original paper

Über den geologischen Bau des Hainberges.

v. Seebach, K.

Kurzfassung

An dem Westabhange dieses, unweit Göttingen, findet sich eine grosse Verwerfungsspalte, die, dem oberrheinischen System angehörig, h. 1 streicht. Die westlich von ihr gelegenen Schichten sind in Bezug auf die östlichen eingesunken, so dass der mittlere Lias an dem mittleren Muschelkalk, der östlich der Spalte ansteht, absetzt. Es ist dieser mittlere Lias, aus dem die von Schlotheim für Muschelkalkformen gehaltenen Versteinerungen herrühren, eine Verwechselung, die Dr. Bornemann in seiner werthvollen Dissertation 1854 berichtigte. Die Anhöhe des Hainberges selbst besteht ausschliesslich aus den Schichten der Trias. Aber auch diese sind nicht regelmäasig gelagert, sondern werden von einer Mehrzahl von Verwerfungsspalten durchsetzt, die jedoch nicht mehr dem oberrheinischen System zugehören, sondern dem hercynischen, also im Mittel h. 9 streichen. Eine ausgezeichnete hierhergehörige ,Versenkung", in welcher Keuper zwischen 2 Bruchrändern von mittlerem Muschelkalk liegt, hat den die ,Lange Nacht" genannten Graben veranlasst. Mehrere einseitige Brüche mit südwestlichem Liegenden und nordöstlichem Hangenden sind mit grosser Deutlichkeit am Fusswege nach Herbershausen zu beobachten. Da wo diese hercynischen Spalten die oberrheinische treffen, springt diese treppenförmig ab, und es entstehen äusserst verwickelte Lagerungsverhältnisse, die in einer gegebenen kurzen Zeit nicht zu demonstriren und nicht zu verstehen sind.