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Über das Vorkommen von Knochenresten der quartären Säugethier - Fauna in den Höhlen und Spalten des Devonkalkes von Rübeland am Harz.

Grotrian

Kurzfassung

Derselbe theilte namentlich mit, dass, seinen neuesten Forschungen zufolge, die Facies jener Fauna insofern sich erweitert habe, als zu den früher bekannt gemachten Thier-Formen: Höhlenbär, Höhlenfuchs, Pferd, Edelhirsch, Rind, Schaaf, nebst verschiedenen Nagethieren, nunmehr auch das Nashorn und das Rennthier hinzugekommen, und mit diesen Resten die Skelettheile von Vögeln, in zum Theil massenhafter Anhäufung, aufgefunden seien. Das Nashorn dürfte, nach den vorliegenden Zähnen und Knochen, unter denen ein colossaler Humerus und eine wohlerhaltene Scapula sich auszeichnen, dem E. tichorhinus zugerechnet werden, während das Rennthier, nach den aufgefundenen Geweihstücken zu urtheilen, einer kleinen Form angehört haben möge. Sodann machte Redner Mittheilung über die Ergebnisse archivalischer Forschungen, die Zeit der Entdeckung der Baumanns- und der Bielshöhle bei Rübeland betreffend. Es ward actenmässig nachgewiesen, dass, wenn das Jahr der Entdeckung der Baumannshöhle bisher in das Jahr 1670 gesetzt worden, solche Annahme unrichtig sei, indem diese Höhle bereits sehr viel früher bekannt gewesen. Hinsichtlich der Bielshöhle constatirte der Vortragende auf Grund eines im Herzogl. Kammer - Archive zu Braunschweig vorhandenen Berichts der Fürstlichen Regierung zu Blankenburg, vom 23. Juli 1672, dass diese Höhle im vorgedachten Jahre endeckt und zuerst vom Bergmeister Spörer in Rübeland befahren sei.