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Über mehrere Kohlenvorkommen in Thüringen.

Bornemannsen

Kurzfassung

1. Nach einem Bericht über die bergbaulichen Arbeiten in der Oehrenkammer sind dort im Gebiet der Steinkohlenformation 2 Stollen getrieben und durch einen Wetterschacht verbunden. Der tiefere Stollen liegt in 527 Meter Meereshöhe, ist nach OSO in den Berg geführt und 270 M. lang. Bei 195 M. wurde eine Kohlenschicht von 0,4 M., bei 214 M. eine solche von 0,7 M. Dicke durchschnitten, bei 244 M. ein Flötz von 1 M. und bei 260 M. ein solches von 1,2 M. Mächtigkeit, welches mit 12° nach ONO fällt. Die Kohle dieses Flötzes soll gute Glanzkohle sein mit 1,14 spec. Gew. Der obere Stollen liegt 100 M. weiter nordöstlich als der erstere und 28 M. höher. Mit dem Wetterschacht sind 2 Flötze von 0,5 M. Kohlenmächtigkeit durchfahren. 2. Nordöstlich von der Oehrenkammer am Moselberg ist ein Stolln von 250 M. Länge getrieben, welcher zur Aufsuchung der Kohlenformation der Oehrenkammer angelegt wurde, die Flötze aber nicht angefahren hat. Er liegt 89 M. tiefer als der untere Stolln der Oehrenkammer. Am Klingelgraben, 31 M. über dem Moselbergstolln, befindet sich ein Versuchsschacht, in welchem von oben herab 3 M. Kohlensandstein, 1 M. Brandschiefer mit Kohlensand, 0,7 M. Sandstein und 3 M. Brandschiefer mit Kohleneinlagerungen durchsunken sein sollen. Bei einer in der letzten Woche vorgenommenen Untersuchung der Halde des Moselbergstollens fanden sich in dem Brandschiefer zahlreiche Fischreste, besonders Palaeoniscus angustus AG., sowie eine andere Art, welche nach Herrn v. Fritsch vielleicht Palaeoniscus arcuatus EGG. ist, ferner Estheria tenella.