Original paper

Über Quarzdiabasporphyre aus dem Silur zwischen Nossen und Niederwiesa.

Rothpletz, August

Kurzfassung

In dem silurischen Schichtencomplexe, welcher sich nach der geologischen Karte Sachsens von Naumann von Nieder-Wiesen bei Chemnitz bis in den Zellaer Wald bei Nossen, also ungefähr auf eine Erstreckung von 3 geogr. Meilen, hinzieht, ist eine grosse Anzahl von Diabasen und Diabastuffen gleichförmig eingelagert. Dieselben zeigen eine nicht unbedeutende Reichhaltigkeit der Ausbildungsweise. Zum Theil sind es grosskrystallinische Gesteine, die aus Plagioklas, Augit, Enstatit und Olivin zusammengesetzt werden; zum Theil haben sie ein dichtes oder fast dichtes Aussehen, mit welchem porphyrische und blasige Ausbildung nicht selten Hand in Hand geht. Auch Kugeldiabase, wie aus einem Haufwerk über kopfgrosser Bomben aufgethürmt, kommen vor, die in ihrer dichten Masse eine garben- und büschelförmige Anordnung der langen, dünnen Feldspathleistchen zeigen. Das merkwürdigste unter diesen Gesteinen ist aber ein harter, dichter Diabas (Naumann's Aphanit), der eine durch den Viridit bedingte grüne Farbe hat und Kalkspath in Trümern und Nestern führt. In diesem Lager treten Partieen auf, die eine porphyrische Struktur haben, indem der Feldspath und Quarz in Form grösserer Krystalle einsprenglingsartig vorkommen. Diese porphyrartige Varietät durchsetzt den Quarzdiabas in unregelmässig begrenzten, gangförmigen Partieen, die jedoch durch die ungestört durch beide Gesteinsvarietäten durchsetzenden Absonderungsklüfte aufs Innigste mit dem dichten Quarzdiabas verknüpft sind. Dass das Eindringen derselben sehr bald nach dem Erguss des dichten Quarzdiabases stattgefunden haben muss, wird dadurch bewiesen, dass der dichte Diabas, welcher den Quarzdiabas unmittelbar überlagert, auch gangförmig diesen sowohl als den Quarzdiabasporphyr durchsetzt. Durch die Verwitterung, welcher diese Diabase sehr ausgesetzt sind, werden dieselben zu einem gelblichen bis braunen, felsitisch aussehenden Gesteine umgewandelt, das von Naumann geradezu Felsit benannt worden ist, Felsit, der aber durch so allmähliche Uebergänge mit den Aphaniten verbunden sei, dass er von ihnen gar nicht getrennt werden könne.