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Über Rodna und die dortige Erzlagerstätte.

vom Rath, Gerhard

Kurzfassung

Rodna liegt in 508 M. Meereshöhe nahe der Szamos-Quelle, nur 2 d. M. (in der Luftlinie) gegen SSW vom Kühhorn oder Ineu (2281 M. hoch) entfernt. Die Gruben von Rodna befinden sich 9 Km. fern im Izvor-Thal, welches bei Rodna in das Szamos - Thal mündet und am Kühhorn seinen Ursprung nimmt. Die Umgebungen des genannten Gipfels, eines der höchsten zwischen der Tatra und den Kronstädter Alpen, bestehen aus Glimmerschiefer mit einzelnen Straten von Hornblendeschiefer und sehr zahlreichen Einlagerungen von Kalkstein. Dies Grundgebirge setzt bei Rodna das ganze rechte Thalgehänge zusammen, während gegen Süd, d. h. auf dem linken Ufer der Szamos, die tertiären Schichten beginnen, welche das ganze mittlere Siebenbürgen einnehmen. Die genannten Bildungen werden nun durchbrochen von zahlreichen Andesitmassen, welche gleichsam eine Verbindung herstellen zwischen den grossen Andesitgebirgen Vihorlat - Gutin und Hargitta. In der Umgebung von Rodna bildet der Andesit (zuweilen mit ausgezeichnet grossen und frischen Plagioklasen) theils ganze Berge, theils nur kleinere Durchbruchsmassen und Gänge, die Erze, welche stock- und butzenartige Massen darstellen, sind wesentlich an den Contact zwischen Kalkstein und Andesit gebunden, wobei indess nicht ausgeschlossen ist, dass sie sich stellenweise mehr oder weniger von der Grenzfläche entfernen können. Jedenfalls stehen die Trachytdurchbrüche in irgend einem Causalzusammenhang mit den Erzen und ihrer Bildung. Die Grösse der Erzkörper ist sehr verschieden, schwankend zwischen 1 M. und über 100 M. Der Erzkörper, auf dessen Grenzen und in welchem die Baue sich jetzt vorzugsweise bewegen, hat eine verticale Höhe von 85 M., eine Mächtigkeit von 28 M.; er ist ausgerichtet auf einer Länge von 120 M., ohne dass sein Ende erreicht worden wäre (nach gefälliger Mittheilung des königl. ung. Schichtenmeisters Herrn Süssner). Das Rodnaer Erz ist ein Gemenge von Eisenkies, Blende und silberhaltigem Bleiglanz; und zwar rechnet man im Durchschnitt 60 pCt. Eisenkies, 20-25 pCt. Blende, 6-8 pCt. Bleiglanz. Der Rest ist Gestein (Kalkspath und Quarz). Auf 100 Kilogr. Geschicke (Erze und Schlieche) rechnet man 60-70 Gr. Silber. In einem Kilogr. des auf der Rodnaer Hütte dargestellten Silbers sind 6 Gr. Gold enthalten, welches bei der Raffinirung des Silbers zu Kremnitz abgeschieden wird. - Die Rodnaer Baue dehnen sich am Berggehänge über eine verticale Höhe von 240 M. aus.