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Über die quarzfreien Porphyre des centralen Thüringer Waldes, welche man als Melaphyre zusammenzufassen pflegt

Schmid, E. E.

Kurzfassung

Die neue geologische Aufnahme des Blattes Ilmenau musste ihn auf diese Gesteine umsomehr hinweisen, als dieselben wenig unterbrochen auf diesem und den südlich und westlich angrenzenden Blättern einen Raum von mehr als einer Qu.-Meile einnehmen, und ihre Untersuchung trotz mehrfacher Wiederholung durch ausgezeichnete Geologen zu klaren und einfachen Resultaten noch nicht geführt hat, wohl hauptsächlich deshalb, weil dabei die Lagerungs-Verhältnisse zu wenig berücksichtigt waren. Die mineralogische Mengung dieser Gesteine kommt wesentlich auf die folgende Reihe von Mineralien hinaus. 1. Feldspath macht überall den Hauptgemengtheil aus. Er zeigt sich theils in breiten Tafeln, theils in schmalen Leisten, theils in sehr feinen Nadeln; die ersten geben dem Gestein ein deutlich porphyrisches Aussehen, die zweiten erzeugen eine grosse Aehnlichkeit mit jüngeren Eruptivgesteinen, die dritten schieben sich zu einem mitunter auch mittels starker Vergrösserung nicht völlig auflösbaren Filzwerke zusammen, welches die Zwischenräume zwischen den grösseren Gemengtheilen ausfüllt. Nach ihrem optischen Verhalten sind sie sämmtlich triklin, also Klinoklase. Nach ihrer chemischen Zusammensetzung sind sie Natron - Kali - Feldspathe; in den meisten Fällen stellt sich der procentische Gehalt an Natron und Kali einander gleich, in der Minderzahl waltet der an Natron beträchtlich vor; im letzten Falle stellt sich - jedoch nicht ausnahmslos - Kalkerde ein und der Kieselsäuregehalt sinkt von der Orthoklas-Albit-Stufe auf die Oligoklas-Stufe. Die meisten Feldspathe sind stark zersetzt und zwar nicht sowohl kaolinisirt, als vielmehr in der von den schönen Pseudomorphosen von Meiers Grund - die übrigens einem Quarz-Porphyr angehören - her bekannten Weise in ein Gemenge von Carbonat, wasserhaltigen Thonerde-Silicat und freier Kieselsäure übergegangen. 2. Neben dem Feldspath ist eisenreicher Magnesia-Glimmer der auffälligste Gemengtheil.