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Ueber geneigtflächige Hemiëdrie.

Sadebeck, A.

Kurzfassung

Seit der Veröffentlichung meiner Abhandlungen über die Krystallformen des Kupferkieses, der Blende, des Fahlerzes habe ich die Erscheinungen der tetraëdrischen Hemiëdrie mit besonderem Interesse verfolgt. Ich ging daher auch mit Vergnügen daran, an der Hand der G. Rose'schen Aufzeichnungen den bisher für hemiëdrisch gehaltenen Diamant krystallographisch zu bearbeiten. Bei dieser Arbeit eröffneten sich mir weitere, neue Gesichtspunkte, welche ich schon früher in allgemeinen Zügen in der angewandten Krystallographie zum Ausdruck gebracht habe. Es liegt auf der Hand, dass der Bau eines hemiëdrischen Krystalls ein anderer sein muss, als der eines holoëdrischen, dass sich der polare Gegensatz der beiden Stellungen auch im Bau, also in der Oberflächenbeschaffenheit abspiegeln muss. In welcher Beziehung der Bau zu den übrigen Merkmalen der Hemiëdrie steht und welche Beziehungen die verschiedenen Merkmale untereinander haben, soll im 1. Theil entwickelt werden, an welchen sich als 2. Theil die specielle Betrachtung der Blende anschliesst. Wegen der grossen Bedeutung der Zwillingsbildung bei den tetraëdrischen Mineralien wird diese im 3. Theil besprochen und schliesslich gedenke ich im 4. Theil alle Einwände zu widerlegen, welche gegen die hemiëdrische Natur des Diamanten erhoben werden können. Herr P. Groth hat in seinem Catalog der Strassburger Sammlung meine, auf die tetraëdrischen Hemiëdrieen bezüglichen Arbeiten vielfach angegriffen. Ich werde mich bemühen, den von Herrn Groth eingeschlagenen Ton in meinen Erwiderungen zu vermeiden. Für die Zusendung einzelner Exemplare der Strassburger Sammlung spreche ich Herrn Groth meinen Dank aus. Da mir nur durch die Benutzung der Berliner Sammlung vorliegende Arbeit ermöglicht wurde, fühle ich mich Herrn Websky zu besonderem Dank verpflichtet.