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Zur Frage nach dem Alter der hercynischen Fauna.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Bereits kurze Zeit nach ihrem Erscheinen ist meine Abhandlung über die älteste fossile Fauna des Harzes Gegenstand zweier kritischer Besprechungen geworden, deren eine von Herrn Cl. Schlüter, die andere von Herrn E. Tietze herrührt. Trotzdem der Erstere der genannten Herrn sich meinen Schlussfolgerungen nur in bedingter Weise anschliesst und der Letztere dieselben sogar eifrig bekämpft, kann ich Beiden für ihre Kritik nur dankbar sein. Denn die Discussion, die sich an eine Arbeit knüpft, kann nur dazu dienen, derselben ein allgemeineres Interesse zuzuwenden, und die Sache selbst kann durch vielseitige Besprechung und durch Beleuchtung von verschiedenen Standpunkten nur gefördert werden. Ich habe im Schlusskapitel meiner Abhandlung zwei Sätze zu beweisen versucht: 1. dass die hercynische Fauna in die devonische Formation einzureihen und 2. dass dieselbe als eine Parallelbildung des Spiriferensandsteins anzusehen sei. Herr Schlüter richtet seine Einwendungen nur gegen den zweiten dieser Sätze; Herr Tietze dagegen bestreitet beide. Sehen wir zunächst, was für Gründe Herr Tietze gegen die Ansicht von der Zugehörigkeit des Hercyn zum Devon geltend macht. Herr Tietze legt für die Abgrenzung der geologischen Forschungen, in denen er mit der grossen Mehrzahl der lebenden Geologen keine im Entwickelungsgange des organischen Lebens selbst begründete, sondern ganz künstliche Abschnitte sieht, auf das Recht der Tradition oder Priorität. Unsere Eintheilung der alten Formationen ist - wie Herr Tietze hervorhebt von England ausgegangen, daher muss auch, wo es sich um die Classification einer paläozoischen Ablagerung handelt, die englische Gliederung als Norm zu Grunde gelegt werden.